5. Mannheim - Aschaffenburg

Schnell zum Bahnhof

Am nächsten morgen frühstückten wir in einer Bäckerei und machten uns etwas früher als sonst auf den Weg zum Boot. Die 20 km bis nach Aschaffenburg hatten wir bis 12:30 erledigt. Wir wollten den Zug um 13:15 erreichen, weil dieser viel schneller war als die folgenden Züge. Daher brachten wir unser Boot sehr schnell beim Ruderclub Aschaffenburg unter und bestellen ein Taxi welches leider ewig auf sich warten ließ, dafür aber umso schneller zum Bahnhof fuhr.

Im Bahnhof kaufte ein Teil der Mannschaft Proviant für die Fahrt, da wir ausser dem Frühstück noch nichts gegessen hatten. Der andere Teil versuchte herauszufinden welches Bahnticket wir benötigten da am Schalter so viel los war, kauften wir einfach ein Bayern und ein Württemberg Ticket.

Kurze Zeit später befanden wir uns mit genug zum Essen und Trinken im Zug Richtung Bregenz.

Fachwerkstadt

Unser nächstes Tagesziel erreichten wir bereits um die Mittagszeit. Es gab hier keinen Ruderclub und die via Google Maps evaluierten Anlegestellen erwiesen sich als suboptimal. So begann die Diskussion ob wir nicht gleich ohne Mittagsessen etwas weiter rudern sollten, auch damit wir am letzten Tag nicht mehr so viel rudern müssen. Doch ein Teil der Mannschaft, mit einem ausgeprägten Appetit zur Mittagszeit, setzte sich durch, dass wir zumindest hier Mittag assen. An einem etwa 50 Zentimeter langen Steg stiegen wir der Reihe nach aus. Mit der Hilfe von Passanten, hievten wir das Boot aus dem Wasser und legten es auf die Wiese. „Seligenstadt“, ist eine wunderschöne Fachwerkstadt und so war der Entschluss schnell gefasst, heute nicht mehr weiter zu rudern und lieber den Ort zu besichtigen. Auch das Boot wurde noch geputzt. Wir hatten eine Ferienwohnung in einem wunderschönen Fachwerkhaus. Im Kühlschrank befand sich ein Begrüssungsbier und wir setzten und hinaus auf die Terrasse und machten sofort Bekanntschaften mit den Nachbarn und bekamen sogar eine Gurke aus dem Garten als Proviant für den nächsten Tag geschenkt.

Ruder Eldorado

Am nächsten Morgen starteten wir unsere Fahrt durch Frankfurt. Frankfurt scheint ein Ruder Eldorado zu sein. Alle paar Kilometer befindet sich ein Ruderclub. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Frauenruderclub „Freiweg“. Die Erwartung von jungen Frauen am Steg empfangen zu werden, wurde jedoch nicht erfüllt. Vielmehr trafen wir einen 3er mit drei älteren Herren. Wir folgten diesem Boot in eine Mündung zwischen Ufer und Maininsel. In einem Brückenpfeiler befand sich das Bootshaus, welches jedoch wegen Renovierung geschlossen war. Die drei Herren waren von diesem Ruderclub und verbanden die Ausfahrt mit einer kurzen Visite in ihrem Bootshaus. Die Boote waren während der Umbauarbeiten auf andere Ruderclubs verteilt worden. Sie mussten daher auch noch ein paar Kilometer stromaufwärts rudern. Die drei legten uns nahe dort Mittagspause zu machen, denn das Essen sei vorzüglich. Bei unserer Fahrt durch Frankfurt mussten wir immer wieder inne halten, um über die atemberaubende Skyline zu staunen.

Die drei Ruderkollegen sicherten uns noch die letzten Plätze, in dem sehr gut besuchten Gasthaus. Und das Essen war wirklich sehr köstlich! Gestärkt setzten wir unsere Fahrt fort bis wir plötzlich einen Bieber sichteten. Wir versuchten das Tier mit Futter ans Boot zu locken, was jedoch nicht so wirklich funktionierte. Doch die Neugier bewegte das Tier dann doch dazu unserem Boot recht nahe zu kommen.

Wir setzten unsere Fahrt bis zum Ruderclub Mühlheim fort. Direkt neben dem Ruderclub gab es ein Gasthaus an dem wir nicht vorbeigehen konnten. Nach ein paar Gläsern Wein hatten die Damen den Wunsch mit der Mainfähre zum anderen Ufer überzusetzen. Bei dieser Fahrt wurde ein fantastischer Sonnenuntergang über dem Main zu sehen. Die Männer blieben im Gasthaus zurück.

Als später der Regen einsetzte waren wir im Gasthaus gefangen und blieben deshalb gleich noch zum essen. Obwohl der Regen bald wieder aufhörte, äusserte die Mannschaft den Wunsch für den guten Kilometer zur Pension ein Taxi zu bestellen. In der Pension angekommen, kam der Wunsch nach einer weiteren Flasche Wein auf. Der Wirt sagte uns dass der REWE Markt noch 20 Minuten bis 22:00 geöffnet hat. Wir machten uns sofort auf den Weg dorthin und es blieb natürlich nicht bei einer Flasche ein. Mit einer grossen Tasche mit allerlei Getränken und Fressalien kehrten wir zurück.

Gegen den Strom

An nächsten Morgen fuhren wir mit dem Bus zum Ruderclub und trafen dort Ruderer, die uns geholfen haben, das Boot ins Wasser zu tragen. Wir überquerten den Rhein und ruderten fortan stromaufwärts den Main entlang, Es war im Vorfeld viel darüber geredet worden, wie es wohl sein wird stromaufwärts zu rudern. Und bei der starken Strömung des Rheins, war dem einen oder anderen schon mulmig geworden, bei dem Gedanken 384 km stromaufwärts zu rudern. Doch die Strömung auf dem Main war sehr schwach und man konnte sogar Pausen machen, ohne weit zurückgetrieben zu werden.

Kurze Zeit später erreichten wir die erste Schleuse. Wir meldeten uns an, wurden aber an die Sportbootschleuse verwiesen. Wir trafen einen Motorbootfahrer, der uns alles erklärte und uns auch noch aus der schmalen Schleuse zog, weil die Schleusen so eng sind, dass man dort nur mit dem Steckpaddel manövrieren kann.

In Rüsselheim legten wir beim Ruderclub an um Mittag zu essen. Zwei Mann machten sich auf Erkundungstour um ein Gasthaus zu finden. Es gab zwar 3 Gasthäuser in der Nähe des Ruderclubs, aber die waren alle geschlossen. Auch die Villa von Adam Opel war ein Gasthaus in der Nähe, welches aber auch geschlossen war. Wir mussten also etwa 15 Minuten in die Stadt laufen.

Nach dem Mittagessen ging es weiter Richtung Frankfurt. Auch die nächste Schleuse konnten wir zusammen mit einem Frachtschiff passieren, ganz ohne Probleme. Beeindruckend waren auch die Höchst Farbwerke – eine riesige Chemiefabrik gleich neben dem schmucken Stadtteil Höchst. Beim ersten Frankfurter Ruderclub legten wir an. Da wir dort ganz anders wie in Mainz kein Bier erhielten, machten wir uns direkt auf den Weg ins Hotel. Das Hotel hatte einen Biergarten und bevor wir nur über die Zimmer nachdachten war das erste Bier schon leer ;) Wir blieben auch gleich zum Essen und entschieden uns nach dem duschen noch die Liegestuhlbar, die wir vom Main aus gesehen hatten, aufzusuchen. Dort ließen wir den erlebnisreichen Tag ausklingen bei Äppelwoi, Brezen und Handkäse. Beim Weg zurück ins Hotel, machten wir noch einen kurzen Abstecher in die Altstadt von Höchst und ein Wirt hatte auch noch einen Schnaps für uns...

Wellnessoase

Am nächsten Morgen besuchten wir in der Früh noch den Dom von Worms, bevor wir zu unserer 60 km langen Etappe, mit einem Umweg über den alten Rhein, nach Mainz aufbrachen. Die starke Strömung sollte uns dabei helfen diese große Etappe zu meistern. Die Einfahrt in den alten Rhein war in unseren Karten als schwierig beschrieben. Vor Ort stellte es sich die Situation ganz anders dar, als in der Karte eingezeichnet. Es war ein Flussarm, welcher sich im schrägen Winkel vom Hauptfluss entfernt eingezeichnet, die Einfahrt war jedoch nur ein kurzer Unterbruch im Seitendamm und die Strömung war extrem stark. Doch unsere Steuerfrau, meisterte diese schwierige Einfahrt mit Bravour!

Es hat sich mehr als ausgezahlt die schwierige Einfahrt zu riskieren! Dar alte Rhein war ein Naturparadies und nach einiger Zeit erwarteten uns auch Gasthäuser. Es war nur etwas schwer vom Wasser aus zu sehen, hinter welchem Steg sich das angekündigte Gasthaus befand. Nach dem dritten Anlegemanöver erreichten wir endlich den richtigen Steg und alle hatten einen grossen Hunger.

Die Portionen waren riesig und fast zu viel . Somit war ein kurzer Mittagschlaf vor der Weiterfahrt notwendig. Wir hatten die Hälfte der Strecke geschafft, aber immerhin noch 30 km vor uns und auf dem alten Rhein war die Strömung auch nicht mehr besonders stark. Am Ende des Alten Rhein legten wir noch eine kurze Pause ein. Ein sehr kurze Pause den die Scharen von Mücken vertrieben uns sofort wieder.

In Mainz angekommen wurden wir sehr freundlich von Daniel, dem Ruderwart vom Mainzer RV begrüßt. Er weiß was Ruderer nach so einer Etappe brauchen...... Bier und Wein! Daniel zeigte uns noch den wirklich beeindruckenden Ruderclub von Mainz. Wir brachten den Mund vor lauter Staunen gar nicht mehr zu. Sie haben 8 Bootshallen und jede davon ist so groß, wie unsere in Bregenz!

Anschliessend brachte uns Daniel zum Hotel. Es war schon recht spät und wir beschlossen Pizza zu bestellen und diese im Hotel zu essen, da die Hotelküche schon geschlossen hatte. Getränke bekamen wir noch aus der Hotelbar. Das Hotel verfügte auch über eine Sauna und ein Schwimmbad. Ein Teil der Mannschaft entschloss sich daher, bevor die Pizza kam, noch den Wellnessbereich des Hotels aufzusuchen. Wirklich ein Traum, nach einem so anstrengenden Tag! Anschließend ließen wir uns die Pizza schmecken und saßen noch recht lange vor dem Hotel.

Stehende Wellen

Zum Glück waren die Züge diesmal pünktlich, doch leider funktionierten die WC´s nicht. Aufgrund der kurzen Umsteigezeit, kam es zu Erleichterungen am Bahnsteig.

Als wir im Mannheim am Bootshaus ankamen, wurden wir schon von den Kollegen des Mannheimer Ruderclubs erwartet. Sie hatten unser Boot freundlicherweise in Ihrer Bootshalle gelagert. Am Boot hing auch noch ein Zettel, dass wir vom Ruderclub flussabwärts mit gefährlichen Wellen zu rechnen hätten. Auch unser Ruderführer wies auf diese Gefahr hin.

Bevor wir jedoch starten konnten, stärkten wir uns erst noch in dem am Ruderclub angegliederten Restaurant. Danach starteten wir zu unserer 20 km kurzen Etappe nach Worms. Wir hatten Glück, es war kein Schiffsverkehr und von gefährlichen Wellen war nichts zu spüren. Backbord erstreckte sich über fast 5km das Werk der BASF.

Wir kamen aufgrund der starken Strömung wieder gut voran, so entschieden wir uns noch ein paar Kilometer einen Arm des alten Rheins hinauf zu rudern. Und das obwohl es leicht zu tröpfeln begann. Es hörte jedoch schnell wieder auf...

Leider war unsere Unterkunft auf der Google Karte an der falschen Stelle eingetragen. Zum Glück hat Wolfgang die Unterkunft am Ufer entdeckt, doch wir waren schon daran vorbei und mussten gegen die starke Strömung den Rhein hinauf rudern. Unter der Brücke kreuzten uns zwei Frachtschiffe und da hatten wir unsere stehenden Wellen. Obwohl die Mannschaft mit aller Kraft ruderte, kam das Boot kaum voran. Die Spritzdecke am Bug war Gold wert, denn um ein Haar wären die Wellen ins Boot geschwappt. Auf Wunsch der Mannschaft, fuhren wir in einen Hafen direkt hinter der Brücke. Die Einfahrt in den Hafen war aufgrund der starken Strömung eine Herausforderung! Wir mussten jedoch noch einen Hafen weiter. Wir fragten die Fischer an der Brücke ob ein Schiff kommt und fuhren dann mit vollem Druck auf dem Blatt aus dem Hafen heraus und kurze Zeit später in den 500 Meter flussaufwärts gelegenen Hafen ein.

Dort mussten wir unser Boot über einen eher hohen Steg des Drachenbootclubs aus dem Wasser nehmen. Wir holten uns Verstärkung bei Campern von dem angrenzenden Campingplatz. Danach machten wir uns auf den Weg zu unserer Unterkunft „Altes Ruderhaus“ welches erst vor einer Woche eröffnete. Alles war ganz neu. Die Unterkunft liegt direkt am Rhein und hat eine tolle Terrasse, auf der wir es uns schnell gemütlich machten und wir haben sie bis zur Bettruhe nicht mehr verlassen.

4. Etappe Stassburg - Mannheim

Schienenersatzverkehr, die zweite!

Am nächsten morgen besuchten wir zuerst den Dom zu Speyer. Der Dom war überraschend nüchtern gehalten und daher nicht so beindruckend wie erwartet. Im Ruderclub waren gerade einige Schüler dabei im Rahmen eines Schulprojektes ein Floss zu bauen. Somit hatten wir viele kräftige Helfer um unser Boot ins Wasser zu tragen. Die 30 km bis Mannheim, hatten wir bis zum Mittag geschafft. Wir kehrten noch in dem Ruderclub angegliederten Restaurant ein und erhoben unser Gläschen auf die gelungen Wanderfahrt, vielleicht etwas zu früh...

Der Ruderclub war nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt. Am Bahnhof ließen wir uns am Schalter noch den Zugfahrplan ausdrucken und kauften die Fahrkarten. Doch als wir in Heilbronn umsteigen mussten, erfuhren wir am Bahnhof, dass schon wieder Schienenersatzverkehr angesagt ist. Ärgerlich, dass uns das am Schalter niemand mitgeteilt hat. Es hätte nämlich durchaus noch andere Alternativen gegeben... Im Zug trafen wir noch eine nette Dame, mit der wir sehr viel Spass hatten. Sie meinte sie hätte noch nie so lustige Leute wie uns im Zug getroffen.

Schlammschlacht

Die Chefin der Pension fuhr uns am nächsten morgen mit ihrem Auto zum Ruderclub. Doch der war eingezäunt und verschlossen. Komisch das uns darauf niemand hingewiesen hatte. Jemand vom benachbarten Segelhafen verschaffte und letztendlich Zutritt auf das Gelände.

Wir verliessen den Goldkanal und kamen auf dem Rhein wegen der immer stärkeren Strömung schneller voran als gedacht. Ausserdem war es nicht mehr heiss, was das Rudern sehr viel angenehmer machte.

Um die Mittagszeit fuhren wir wieder ein einen Seitenarm des Rheins, welcher schnell in einen kleinen See mündete. Im See befand sich eine Insel, auf der sich zwei Gasthäuser befanden. Nur das Anlegen mit dem Ruderboot war das Problem. Es gab keine Stelle um das Boot aus dem Wasser zu nehmen selbst das Aussteigen war dank des Hochwassers an einer Stelle möglich. So wie es aussah war der gesamte Wald noch vor wenigen Tagen komplett überflutet und alles war extrem matschig. Wir kämpften uns durch den Schlamm und sahen aus wie Moormonster. Bevor wir das Gasthaus betreten konnten mussten wir erst unsere Füsse waschen...

Wir hatten Glück, denn das Gasthaus hatte nur noch zwei Stunden geöffnet. So stärkten wir uns und hielten noch einen kurzen Mittagsschlaf bevor es weiter ging. Zurück beim Boot war die Kunst einzusteigen und möglichst wenig Schlamm ins Boot zu bringen. Dies gelang uns jedoch eher nicht. Wir hatten noch etwas 1.5 Stunden Ruderzeit vor und würden Speyer etwa 2 Stunden früher als erwartet erreichen. Es wurden schon Pläne gemacht, was wir alles dort anstellen könnten. In Speyer mussten wir gegen den Strom in den Hafen einfahren, weil die Strömung sehr stark war. Leider war der Steg im Hafen recht hoch, was der Steuermann nicht im Auge hatte. Wir rammten den Steg und der Ausleger auf Steuerbord war total verbogen.

Doch wir hatten Glück im Unglück, kurz darauf kam zufällig der Bootswart der Rudergesellschaft Speyer vorbei. Er musste zwar nochmal kurz heimgehen um den Schlüssel für die Bootswerkstatt zu holen. Wir nahmen in der Zwischenzeit das Boot aus dem Wasser uns schraubten den Ausleger ab. Als wir den Ausleger abgeschraubt hatten kam Norbert auch schon mit dem Werkstattschlüssel. Er stellte uns Werkzeug zur Verfügung und stand uns mit seinem Rat zur Seite. Der Ausleger war rasch wieder gerade und wir befreiten anschliessend noch unser Boot vom Schlamm.

Etwas später als erwartet begaben, wir uns in den Biergarten, den wir vor dem Anlegemanöver schon vom Rhein aus gesehen hatten. Eigentlich wollten wir nur etwas trinken, aber wie das so oft ist wenn man schon mal sitzt, wir haben auch gleich etwas zu essen bestellt. Gestärkt machten wir uns auf den Weg zu unserem Quartier. Der Weg führte am Dom zu Speyer vorbei und wir beschlossen den Dom am nächsten Morgen zu besichtigen.

Nachdem wir uns frisch gemacht hatten, trafen wir uns wieder um das Brezelfest zu besuchen. Auf dem Weg dorthin, blieben wir noch in einem Eissalon hängen. Auf dem Brezelfest gab es einen grossen Rummelplatz mit vielen Attraktion. Wir besuchen alle zusammen eine Piratenbahn und hatten viel Spass daran. Anschliessend machten wir es uns in dem Biergarten des Brezelfestes gemütlich und Roswitha brachte einige Knoblauchbaguette an den Tisch, um Vampire zu vertreiben.

Bullenhitze

Am nächsten Tag setzten wir unsere Fahrt auf der wunderschönen Ill fort. Die Ill mündet unterhalb des Rheinkraftwerks Gambsheim in den Rhein. Somit konnten wir das letzte französische Kraftwerk problemlos umfahren. An einer Slipanlage für Wassermotorräder nahmen wir unser Boot aus dem Wasser und liefen ein paar Meter zu einem Kiosk, um etwas zu essen und den Flüssigkeitshaushalt wieder auszugleichen.

Nach der Pause erreichten wir die letzte Rheinschleuse im deutschen Iffezheim, welche wir problemlos zusammen mit einem Motorsportboot passieren durften. Nach der Schleuse wollen wir eine kurze Pause im Kanau Club Baden Baden einlegen auf den in unserer Beschreibung hingewiesen wurde. Aber dieser Club, war für uns nicht auffindbar. Wir hatten uns bei dieser Bullenhitze schon sehr auf ein kühles Getränk im Kanu Club gefreut, aber daraus wurde leider nichts. Wir fanden jedoch am Ufer eine wilde Anlegestelle, die wir jedoch wegen der unzähligen Mücken schnell wieder verließen.

Nach der Schleuse hatte der Rhein eine viel stärkere Strömung und wir kamen nun sehr schnell voran. Aber durch die strake Hitze, war es trotzdem sehr anstrengend. Unser Etappenziel, der Raststatter Ruderclub lag am Ende eines Baggersees, dem sogenannten Goldkanal. Das Ende des Sees schien uns bei der Hitze kaum erreichbar und alle waren froh, als wir das Boot an Land hatten und bei einem kühlen Bier auf der Terrasse des Raststatter Ruderclubs saßen.

Vor dem Abendessen im Ruderclub entschieden wir uns noch im Baggersee zu baden um uns etwas abzukühlen. Zum Abendessen gab es Bürger und Currywurst. Nach dem Essen baten wir die Kellnerin uns ein Taxi zu rufen. Diese meinte jedoch das Taxi würde den Ruderclub nicht finden. Zwei Herren am Nachbartisch booten netterweise Ihre Hilfe an und nahmen uns mit. Roswitha durfte im Cabrio des einen Herren mitfahren und für die andren fand sich ein Platz im Kombi des anderen Herren. In unserer Unterkunft gab es einen grossen Kühlschrank, mit verschiedenen Getränken. Wir machen es uns auf der Terrasse gemütlich und blieben noch lang bis in die Nacht wach, um den Kühlschrank zu leeren. Ach ja und Portugal wurde Fussball Europameister...

Schienenersatzverkehr

Die Zugfahrt von Bregenz nach Kehl bei Straßburg gestallte sich schwierig. In Radolfzell wurden wir aufgefordert den Zug zu verlassen um mit dem Schienenersatzverkehr nach Singen zu fahren. Dort verpassten wir dadurch unseren Anschlusszug und wir mussten aufgrund der neuen Verbindung auch öfter umsteigen und das letzte Stück mit einem Linienbus fahren. Der Bus stand zwar am Bahnhof von Offenburg bereit aber es fehlte der Fahrer. Dieser kam mit einer Verspätung von 20 Minuten ebenfalls mit einem Bus angereist. Er versuchte wohl die verlorene Zeit wieder aufzuholen und fuhr wie ein Verrückter. Der Bus fuhr auch nicht zum Bahnhof wie im Fahrplan vorgesehen sondern hielt etwa einen Kilometer vorher. Wegen einer Baustelle, könne man schon seit langen nicht mehr mit dem Bus zum Bahnhof fahren. Somit erreichten wir mit 2,5 Stunden Verspätung unser Boot und stärken uns erst mal im angrenzenden Gasthaus des Motorbootsclubs.

Frisch gestärkt machen wir uns mit dem Ruderboot auf dem Weg in den Hafen vom Straßburg wo wir auf unser erstes Hindernis die Nordschleuse trafen. Aufgrund unserer schlechten Erfahrungen mit den EDF Schleusen auf dem Rhein wurden natürlich im Vorfeld Abklärungen getroffen. Bei diesen Abklärungen trafen wir jedoch einen Schleusenwärter an, der nur französisch sprach. Eigentlich wollten uns die Kollegen von der Paddlergilde mit Ihren Französischenntnissen mit der Anmeldung an der Schleuse helfen. Doch leider haben wir am Paddelclub niemanden angetroffen. So standen wir nun vor der Schleuse und hofften diese irgendwie überwinden zu können. Wir hatten grosses Glück, der Schleusenwerter der Dienst hatte sprach deutsch und lies uns problemlos passieren. Nun waren wir auf dem Weg zum Europaparlament. Leider waren die mit Klebeband reparierten Planken nicht mehr dicht und wir mussten vor dem Parlament zum ersten mal das Boot leerschöpfen. Von dort war eine kleine Stadtrundfahrt auf den Kanälen von Straßburg geplant. Der Paddelclub hatte und hierzu eine Karte mit einer empfohlenen Route zukommen lassen. Es stellte sich jedoch schnell heraus, dass Wege die mit einem Paddelboot leicht passierbar sind, für eine Ruderboot eine Herausforderung darstellen können. Niedrige Brücken, starke Strömung vor ungeschützten Wehren und schwierige Umtragestellen. Leider hatte von den Straßburger Ruderclubs keiner eine Anfrage beantwortet, somit waren Informationen, welche wir vom Paddelclub erhalten hatten, die einzigsten die wir hatten. Wir durchruderten das Zentrum von Straßburg und konnten von den kleinen Kanälen auf in die Hinterhöfe der Villen schauen. Nach etwa einer Stunde erreichten wir wieder das Europaparlament und standen nun vor der grössten Herausforderung des heutigen Tages. Wir mussten das Boot zwei mal umtragen. Es gab auch eine Schleuse, aber die war nicht mehr in Betrieb. Im Ober – und Unterwasser dieser Schleuse gab es einen kleinen Steg, der jedoch sehr kurz und hoch war. Ausserdem war die Strömung sehr strak. Es war eine grosse Herausforderung mit dem Ruderboot hier anzulegen. Beim dritten Versuch gelang uns dieses Manöver. Doch das Boot war so voll mit Wasser, dass es viel zu schwer war um es aus dem Wasser zu bekommen. Wir waren auf die Hilfe der Paddler angewiesen, die Ebenfalls dieses Wehr passierten. Es kostete und einige Überredungskünste - haben dann aber doch ein paar hilfsbereite Franzosen gefunden. Nicht alle wollten helfen, schauten aber gerne zu. Dank dieser Hilfe konnten wir dieses Hindernis überwinden, doch nach etwa 500 Metern erwartete uns schon das nächste Hindernis. Zum Glück lag an diesem kleinen Wasserfall der Paddelclub, sodass die Anlegemöglichkeit wesentlich besser war als zuvor. Doch Aufgrund der straken Strömung und der Lage des Steges war ein Anlegen gegen die Strömung wieder nicht möglich. Doch wir meisterten auch diese schwierige Situation. An Land mussten wir das Boot mit Kelbeband abdichten, denn wir hatten innerhalb kürzester Zeit wieder viel Wasser im Boot. Die alten Klebebänder waren nicht mehr dicht, liessen sich aber extrem schwer entfernen. So verbrachten wir viel Zeit mit dem Entfernen der Klebebänder und dem erneuten Abdichten des Bootes. Zum Glück gab es im Paddelclub gekühlte Getränke zu kaufen und es gab einen leckeren Kuchen von Eva.

Wir setzten unsere Fahrt auf der Ill fort und würden für die Strapazen mit einem unglaublich schönen Naturerlebnis belohnt. Links und rechts war der Flusslauf dich bewaldet. Die 12 km bis zu unserem Etappenziel La Wanzenau vergingen wie im Flug. Dort fanden wir auch eine gute Anlegemöglichkeit und einen Lagerplatz für unser Boot. Doch leider befand sich unsere Unterkunft in 3 Kilometer entfernten Nachbarort. Doch wir wollten erst mal ein Bier. Doch alle Gasthäuser waren sehr nobel und gut besucht. Doch not macht erfinderisch. Wir bestellen eine Runde Bier um es auf der Strasse vor dem Restaurant zu trinken. Ausserdem bestellte und die Bedienung noch ein Taxi, welches uns zu unserem Hotel bringen sollte. Kaum hatten wir das Bier leer getrunken, traf auch schon das Taxi ein.

Im Hotel bezogen wir unsere Zimmer, genossen die Dusche und begaben uns sogleich Abendessen. Dass Essen war vorzüglich, der Wein auch und das Dessert Rhabarberstrudel mit Rhabarbereis war der Hit.

3. Etappe Bassel - Strassburg

Die Hansa auf Kreuzfahrt

Am nächsten Morgen erschien das Taxi leider nicht! Doch unser Wirt war so freundlich uns zum Kraftwerk zu fahren. Er gab uns noch die Information, dass wir auch auf dem Rohnekanal bis nach Strassburg rudern könnten. Doch leider war die Mündung unterhalb des Kraftwerks. Jedoch war dies eine zusätzliche Option.

Es kam eine deutsch/französische Streife mit einem deutschen und zwei französischen Beamten. Unsere Hoffnung den Rohnekanal zu befahren wurde durch den deutschen Beamten rasch zerstreut. Auch hierfür würde man eine Genehmigung benötigen. Es wurden die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert. Das Boot mit Hilfe des Breisacher Rudervereins auf einen Hänger zu verladen. Das Boot auf dem Gelände der Schleuse sicher zu verwahren, was zu unserem Erstaunten kein Problem zu sein schien, um sich dann um eine Genehmigung zu bemühen. Oder das Boot auf ein Lastschiff aufladen und dann auf dem Rohnekanal nach Strassburg rudern. Der französische Polizist meinte, dass mit der Genehmigung würde er schon regeln. Diese Variante schien uns natürlich die Beste. Ein Tankerschiff im Oberwasser hatte sich bereit erklärt unser Boot aufzuladen.

Wir fuhren mit dem Polizeiauto zu unserem Boot und machten dieses für die Verladung fertig. Hierzu wurde ein Schiffstau im Boot verzurrt um auf diese Weise zwei Hacken zu bekommen. Leider befand sich der Kran nicht landseitig, so musste das Boot erst auf die andere Seite gerudert werden. Dort konnte das Boot angehängt werden und über eine Leiter welche am Tankschiff angebracht wurde konnte man das Ruderboot verlassen. Der Polizist fragte uns, ob wir nicht gleich mit dem Tankschiff bis nach Strassburg fahren wollen. Es wäre natürlich ein tolles Erlebnis gewesen auf dem Rohnekanal zu rudern, aber angesichts der fortgeschrittenen Zeit war die Option mit dem Tankschiff bis nach Strassburg zu fahren eine gute Option. So wurde aus einer Ruderwanderfahrt eine Kreuzfahrt auf einem Tankschiff! 3,5 Stunden später wurde unser Boot im Hafen von Strassburg wieder ins Wasser gesetzt.

Nun mussten wir etwa einen Kilometer stromaufwärts zum Bootshaus der Kehler Paddler Gilde rudern. Durch die extrem starke Strömung war dies ein sehr anstrengendes Unterfangen. Mit voller Kraft kämpften wir gegen die Strömung und nach einer halben Stunde erreichten wir völlig erschöpft den Sporthafen.

Französiche Bürokratie

Das Wetter war entgegen dem Wetterbericht wunderbar somit war es nicht weiter schlimm, dass wir am Tag zuvor nicht weitergerudert sind. Wir besorgten noch einen Einweggrill und Fleisch, weil auf dem Weg kein Gasthaus war. Nach kurzer Ruderzeit meldeten wir uns bei der ersten Schleuse an und erhielten die Auskunft, dass wir in einer Stunde die Schleuse verwenden können. Daraufhin legten wir an einer Leiter an, gingen abwechselnd austreten und warteten. Nach über einer Stunde erkundigten wir uns nochmals wann nun geschleust werden kann und es hieß mit dem nächsten Schiff, weil der Schubverband der vor uns war keinen Platz mehr in der Schleusenkammer hat. Kurze Zeit später kam eine Lautsprecherdurchsage, die kaum zu verstehen war. „Ruderboot“ und „nicht geschleust“ war zu verstehen. Ein Anruf brachte Klarheit. Ruderboote dürfen nicht geschleust werden. Komisch nur, dass wir die anderen Schleusen passieren konnten und ich diese Strecke vor drei Jahren schon mal befahren habe was problemlos möglich war. Wir konnten dann die Schleuse passieren, alleine ohne ein anderes Schiff. Wurden jedoch darauf hingewiesen, dass bei den anderen Schleusen das gleiche Problem sei.

Direkt nach dem Kraftwerk legten wir an und nahmen den mitgebrachten Grill in Betrieb. Nach einem Mittagsschlaf setzten wir unsere Fahrt fort, doch wie vermutet war der nächste Schleusenwärter bereits informiert und verweigerte die Schleusung. Wir gingen an Land um die Lage zu erkunden, aber es gab keine geeignete Stelle im Unterwasser um das Boot wieder einzusetzen. Ein Umtragen in den alten Rhein war eine Möglichkeit, doch dann würden wir bei der nächsten Schleuse wieder anstehen. Es war 17:00 und wir waren nur noch 4 km von unserem Tagesziel entfernt, kamen aber leider nicht weiter. Auch ein persönliches Gespräch mit dem Schleusenwärter brachte kein Ergebnis. Obwohl wir ein Informationsblatt vom Schleusenbetreiber für Sport- und Freizeitboote hatten in dem nichts davon stand, versuchte uns der Schleusenwärter zu erklären, dass ein Ruderboot kein Sportboot ist, und das obwohl rudern im Vergleich zum Motorboot fahren eine olympische Disziplin ist! Mit einer Genehmigung sei es möglich, aber wo wir diese einholen konnten wusste keiner. Wir bekamen die Anweisung uns an die Polizei zu wenden, was wir dann auch taten. Die Polizei versprach vorbei zu kommen um sich das Problem anzusehen und so warteten wir und nichts geschah. Da es immer später wurde war es an der Zeit das Boot aus dem Wasser zu holen, was sich jedoch sehr schwierig gestaltete da der gesamte Uferbereich betoniert war. Über einer Treppe konnten wir das Boot zumindest aus dem Wasser ziehen, doch durch den steilen Winkel lief es dabei am unteren Ende mit Wasser voll. Mit letzter Kraft zogen wir den Kahn aus dem Wasser und konnten ihn entleeren. Am nächsten Tag um 9:30 hatten wir einen Termin mit der Polizei beim Kraftwerk.

Wir baten den Schleusenwärter ein Taxi zu bestellen, auch das erwies sich als schwierig da ein Taxi nur 5 Personen transportieren kann und zwei mal fahren aus unerklärbaren Gründen nicht möglich war. Es musste also ein Busunternehmen her. Nach einer Ewigkeit kam dann endlich ein normales Taxi und wir fuhren zu viert auf der Rückbank mit. Wir buchten das Taxi gleich für den nächsten Tag um wieder zum Kraftwerk zu fahren... Im Hotel angekommen gab es leider nichts mehr zu essen. Aber die Gastgeber waren sehr freundlich und haben uns zu einer Pizzeria gefahren wo es zum Glück auch sehr feine Fleischgerichte gab!

Bootswanderung

Am nächsten Morgen montierten wir die Spritzdecke da wir am Tag zuvor in den Stromschwellen des alten Rheins ab und an Wasser gefasst hatten. Auf der Fahrt befand sich noch eine kleine Schwelle, welche kurz vor dem passieren schlimm aussah, aber dann doch problemlos passiert werden konnte. Danach wurde der Rhein breiter und die Strömung wurde schwächer. Am frühen Nachmittag erreichten wir das Baden Württembergische Ruderleistungszentrum in Breisach mit zahlreichen Bootsstegen. Das war das Ziel für den heutigen Tag.

Da für den nächsten Tag das Wetter schlecht vorhergesagt war, entschieden wir uns noch etwas weiter zu rudern. Doch erst mal wollten wir uns in einem nahegelegenen Gasthaus stärken. Dabei stellten wir fest, dass die Schleuse für Kleinboote wegen dem hohen Wasserstand nicht in Betrieb war und auch ein einsetzen danach wegen der starken Wellen welche das Wehr verursachte schwierig war. Somit gingen wir auf die Suche nach einem geeigneten Platz um wieder eizusetzen. Es folgte die Anlegestelle für zahlreiche Rheinkreuzfahrtschiffe, keine Chance ein Ruderboot ins Wasser zu bringen. Aus der Ferne sahen wir jedoch bald einen Steg der Ideal schien, jedoch von einem Zaun umgeben war. Das dies die einzige Chance war das Boot ins Wasser zu bekommen machten wir uns auf den Weg dort hin. Das Gelände gehörte zu einem Motorbootclub und war schwer zugängig. Mir machen uns vom Zaun her bemerkbar und winkten wild mit den Händen bis jemand zum Tor kam. Nach einiger Überzeugungsarbeit und einer Spende für die Bierkasse des Vereins wurde uns die Benutzung des Stegs zugesagt. Wir mussten jedoch erst noch das Boot vom Ruderclub holen, welcher am anderen Ende des Ortes war! Mit einem Bootswagen, den wir uns beim Ruderclub ausleihen konnten, machten wir uns auf den Weg durch Breisach. Als wir bei dem Bootssteg ankamen, den wir vorher gar nicht mehr besichtigten stellten wir fest, dass der Steg zwar ideal war, jedoch nicht der Zugang zu diesem Wasserskisteg, eine schmale Rampe mit Geländer. Zum Glück gab es neben dem Steg eine Treppe welche steil ins Wasser führte. Das Boot füllte sich zwar mit Wasser, weil der Spitz zwangsläufig ins Wasser getaucht wurde, doch wir konnten das anschließend zum Steg hinüberziehen und dort auslehren.

Verena brachte den Wagen zurück und wir bestellten eine Runde Bier und als Verena retour kam noch eine Runde. Wir kamen mit Andreas ins Gespräch und er fragte, ob wir mit Ihm und seiner Familie Pizza bestellen wollen um diese im Verein zu essen. Wir nahmen das Angebot sehr gerne an. Da wir unser Boot im Motorboothafen lassen konnten ruderten wir das Boot noch schnell in den Hafen. Ein Mitglied des Motorbootvereins steuerte unser Boot. Anschließend ließen wir den Abend mit einigen Flaschen Wein aus Österreich und Deutschland ausklingen. Aus unserem ursprünglichen Plan an diesem Tag etwas weiter zu rudern, um am nächsten Tag nicht so viel bei schlechten Wetter zu rudern, wurde nichts.

Tausenfüssler

Mit dem Zug fuhren wir von Bregenz nach Basel und hatten erstmal einen etwa 30 Minuten langen Fußmarsch vom Bahnhof zum Ruderclub vor uns. Am Ruderclub stärkten wir uns noch mit einem mitgebrachten Riesensandwich welches für alle reichte. Danach gingen noch einige Wikinger kurz im Rhein baden – das Wasser war sehr kalt!

Kurze Zeit später ruderten wir durch die Basler Altstadt und danach erreichten wir das Dreiländereck Schweiz / Deutschland / Frankreich. Nach der Schleuse Kembs wollten wir in den alten Rhein umtragen. Wir legten an und erkannten schnell, dass wir das ohne fremde Hilfe schlecht schaffen würden. Wir hatten jedoch Glück, eine grosse Gruppe junger Franzosen hielt sich am Rhein auf und mit etwas Französisch hatten wir ruck zuck 10 Helfer und das Boot bewegte sich innerhalb kürzester Zeit wie ein Tausendfüßler vom Rheinkanal in den alten Rhein. Wir gaben unseren Helfern ein paar Runden Schnaps aus und erhielten dafür kühles Bier.

Kurze Zeit später setzten wir unsere Fahrt auf dem alten Rhein fort. Der alte Rhein kann mit einem Ruderboot nur bei Hochwasser befahren werden, weil er sonst zu wenig tief ist. Durch das Hochwasser herrschte eine starke Strömung auf dem Rhein und wir kamen sehr schnell voran. Nach 20 km erreichten wir Neuenburg unser Ziel für den ersten Tag. Durch die starke Strömung gestaltete sich das Anlegen sehr schwierig, auch weil das Ufer sehr stark bewachsen war und die Strömung auch im Randbereich sehr stark war. Endlich fanden wir einen guten Landeplatz doch kamen wir 20 Meter weiter unten ans Ufer, wo dieser leider nicht mehr so ideal war. Beim Anlegen blieben wir nicht ganz trocken und auch die Kamera ging baden. Mit vereinten Kräften schafften wir das Boot aus dem Wasser und legten es oberhalb der guten Anlegestelle ab. Wir nahmen noch das Skull, welches bei der letzten Fahrt beschädigt wurde mit ins Hotel um es dort zu reparieren...

2. Etappe Konstanz - Basel

Seerhein

Anreise mit dem Zug von Bregenz nach Konstanz. Kurz nach dem Bahnhof lag in einem Park ein Einkaufswagen, welchen wir kurzerhand mit unseren Seesäcken füllten um damit zum Konstanzer Ruderclub zu fahren.

Am Konstanzer Ruderclub herrschte reger Betrieb, somit ließen wir uns Zeit um unser Boot fertig zu machen. Michael hat eine Abdeckung gefertigt, welche wir probeweise montierten. Diese Spritzdecken sollen uns beim Koblenzer Laufen vor Spritzwasser schonen und können ggf. auch bei Regen eingesetzt werden, um das Gepäck vor Wasser zu schützen. Mit starken Wellen rechnen wir nach dieser Etappe nicht mehr. Da man das Boot mit montierter Spritzdecke schlecht tragen kann, haben wir diese wieder abmontiert.

Wir starteten unsere Fahrt bei Rheinkilometer 0 in Konstanz und kurze Zeit später kamen die ersten Biergärten. Doch leider war es dafür noch zu früh. Vorbei ging es am malerischen Gottlieben, entlang der Insel Reichenau Richtung Steckborn. Wir hatten Rückenwind der zwar starke Wellen verursachte uns aber auch Schub in die richtige Richtung verschaffte.

In Steckborn haben wir im Strandbad zu Mittag gegessen und machten uns dann auf den Weg Richtung Schaffhausen. In Stein endet der Seerhein und wir kamen aufgrund der wesentlich stärkeren Strömung auf dem Hochrhein viel zügiger voran. In Gailingen legten wir am Strandbad nochmals einen kurzen Stopp ein um ein Gläschen in der angeschlossenen Wirtschaft zu trinken.

Auf gings um die letzten Kilometer nach Schaffhausen zu absolvieren. Dort wurden wir schon von Alfred erwartet. Alfred und Felix vom Schaffhausener Ruderclub waren so freundlich uns mit Ihrem Hänger bei der Überwindung des Rheinfalls zu helfen. Anschließend gab es noch die Gelegenheit den Rheinfall zu bestaunen und wir wurden von unseren Ruderkollegen noch im Hotel abgeliefert. Den Abend verbrachten wir in der malerischen Altstadt von Schaffhausen wo wir die Cuba Bar für uns entdeckten.

Gefahr voraus

Wir starteten recht spät gegen 10:30 am unteren Ende des Rheinfalls. Der Wasserfall war einfach zu spektakulär um eine rasche Abreise zu ermöglichen. Zuerst nahmen wir Kurs auf den Wasserfall um dann flussabwärts die Rheinwindungen rund um die Insel Rheinau zu genießen. Unberührte Natur, ein Hauch von Amazonas in der Schweiz. Einzig die drei Staustufen welche mit einem ferngesteuerten, elektrischen Schienenfahrzeug überwunden wurden störten dieses Idyll. Danach war der Weg frei für gute 20 Kilometer Ruderspass bis zum Kraftwerk Eglisau. Diese Wehr war eigentlich für Sportboote wegen des Baus eines Schiffsaufzuges gesperrt. Doch der Betriebsleiter war so freundlich uns vorab Fotos von der Situation zu schicken um diese zu beurteilen. Doch ob es geht oder nicht, war letztendlich erst vor Ort klar. Hier kam jedoch Erleichterung auf als da schnell klar war, dass wir in der Lage sein werden die Baustelle zu passieren. Wäre dies nicht möglich gewesen hätten wir einen Transport auf dem Landweg organisieren müssen, was unseren Reiseplan mit Sicherheit stark durcheinandergebracht hätte. Inzwischen machte sich Hunger bei der Mannschaft breit und wir entschlossen die nächste Möglichkeit zu nutzen.

Kurz darauf sichteten wir einen Kiosk, doch das Anlegen gestaltete sich schwierig. Da wir keine geeignete Anlegestelle fanden, entschlossen wir uns in einem mit Stacheldraht umzäunten Hafen der Pontoniere anzulegen. Geschickt und mit unseren Stechpatteln legten wir in diesem Hafen zwischen den Leinen an. Auch das Tor ließ sich von innen öffnen und so erreichten wir den heiss ersehnten Kiosk. Es gab ein überraschend gutes und reichhaltiges Sortiment an diversen Speisen. Alle waren glücklich und zufrieden. Nach einem kurzen Powernap ging es weiter Richtung Gefahrenstelle Koblenzer Laufen. Laut Ruderführer war der Wasserstand zu niedrig um den Laufen mit dem Ruderboot zu passieren, was eine Umtragetätigkeit von 2 km bedeutet hätte. Ohne Bootswagen fast unmöglich. Doch der Schleusenwärter vom Kraftwerk Rekingen machte uns Mut, dass genug Wasser zur Befahrung des Laufens vorhanden sei.

Wir rüsteten unser Boot für die gefährliche Fahrt durch den Laufen. Das Problem bei Niedrigwasser ist, dass man mit den Steinen im Fluss in Berührung kommt. Unser Steuermann Peter steuerte uns unbeirrt durch den wilden Laufen. Das Schlimmste war, das Heinz bei der Aktivierung seiner GoPro ein Fehler unterlaufen ist und somit keine Dokumentation unserer Wildwasserfahrt existiert.

Bei der Mündung der Aare in den Rhein übernachteten wir auf einem Campingplatz auf der deutschen Seite. Das Boot legten wir am Rhein ab und genossen den Sonnenuntergang bei einer mitgebrachten Flasche Wein. Es sollte nicht die letzte für diesen Abend bleiben!

Wünsch dir was

Am dritten Tag lag eine kurze Etappe von Waltshut bis Bad Säckingen vor uns. Wir entschlossen es ruhig anzugehen und so hatte jeder einen Wunschhalt frei. Der erste Wunsch war ein Badestopp am einsamen Rheinufer. Wir stürzten uns ins Kühle nass. Wassertemperatur in etwa vergleichbar mit einem Tauchbad in der Sauna. Der nächste Wunsch war auf dem spiegelglatten Wasser mal richtig Fahrt aufzunehmen. Ein weiterer Wunsch war Wendemanöver zu üben. Gefolgt von der Idee im schönen Laufenburg ein Eis zu Essen. Wir landeten dann zwar doch zuerst in einem Augustiner Biergarten zum Essen, das Eis gab es dann zum Nachtisch in einer italienischen Eisdiele. Am Kraftwerk in Laufenburg trafen wir Uerli, der uns beim Umtragen unseres Boots und beim Bedienen des Schrägaufzuges behilflich war. Er meinte wenn wir in seiner Fischerhütte 500 Meter stromabwärts anlanden, würden wir alle ein Bier bekommen. Somit war der letzte Wunsch für diesen Tag gefunden und bei einem Bier ist es nicht geblieben. Danach ruderten wir noch die letzten Meter bis zum Kraftwerk Bad Säckingen um dort auszuwassern. Über eine malerische Holzbrücke gelangten wir vom Schweizer Ufer nach Bad Säckingen wo wir im Hotel Schwarzer Wahlfisch übernachteten. 

Leicht ramponiert

Am nächsten Tag hatten wir mit 4 Kraftwerken zahlreiche zeitraubende und schwierige Bootsübersetzungen auf dem Programm. Leider ist dabei auch eine Planke gebrochen, welche wir jedoch gut mit einem Powerklebeband abdichten konnten. In Rheinfelden beginnt die Grossschifffahrt auf dem Rhein. Somit stand nun eine Schleuse zum überwinden des Kraftwerks Wyhlen zur Verfügung. Wir mussten etwa 45 Minuten warten bis die Schleuse für uns passierbar war. Da wir die Schleusenzeit vorab per Telefon erfragten, konnten wir eine Pause in der Depandance vom Ruderclub Basel einlegen. Manfred ein Mitglied vom Ruderclub, welcher direkt neben dem Bootshaus wohnt und unser Boot auf dem Rhein gesichtet hatte, kam sofort um uns zu begrüßen. Gastfreundschaft wird unter Ruderern groß geschrieben. Wir konnten die Toiletten benutzten und Peter und Miriam besorgten Kuchen im nahe gelegenen Ruderclub. Nach der Schleuse ruderten wir die letzten 7 Kilometer zum Basler Ruderclub Blau Weiss. Dort wurden wir schon von Stefan erwartet, der uns einen Platz für unser Boot zuwies und uns anschließend noch zum Bahnhof brachte. Leider wurde an Land noch ein Skull beschädigt. Die nächste Etappe wird wohl erst mal mit Reparaturarbeiten beginnen.

1. Etappe Bregenz-Kontanz (30. April – 1. Mai)

Wetterglück

Am Samstagmorgen sind wir zu unserer grossen Fahrt nach Wien gestartet. Bei Sonnenschein und glattem Wasser  - ein perfekter Start! Auch die Überwindung des Rheindamms war so einfach wie noch nie. Hinter dem Rheindamm gönnten wir uns eine kurze Pause im Boot mit Gipfli und Tee. In der Marina am alten Rhein gingen wir ans Land um Mittag zu essen. 

Dort entschieden wir uns, dass wir auf Grund der perfekten Ruderbedingungen weiter als unser geplantes Ziel Arbon rudern werden, da für den nächsten Tag sehr schlechtes Wetter vorausgesagt war. Am ursprünglichen Zielort Arbon wollten wir  stattdessen eine Kaffeepause einlegen. 

Wie immer wurden wir in Arbon sehr freundlich empfangen. Schon bevor wir ankamen wurde uns vom Steg aus zugewunken.  Im Seeclub Arbon gab es hervorragenden Kaffee und einen feinen Kuchen, den Marlies dabei hatte.  Unser Holz-Ruderboot wurde von den Seeclüblern aus Arbon bewundert und sie wollten uns zuerst gar nicht glauben, dass wir damit bis nach Wien rudern wollen. Doch kurze Zeit später fand unsere Fahrt so viel Begeisterung, dass sie gerne auch mal an einer Etappe teilnehmen würden.

Gegen 16:00 machten wir uns auf den Weg Richtung Romanshorn. Anneco vom Arboner Ruderclub war noch so freundlich unser Gepäck in unserer Unterkunft abzugeben. In Romanshorn mussten wir an einem Steinstand aus dem Boot steigen. Dabei ist Kurt ausgerutscht und ins Wasser gefallen. Dumm war, dass wir unser Gepäck in Arbon gelassen hatten. Doch auf unsere Damen ist Verlass, sie hatten noch Kleidung im Boot und so wurde Kurt in Nu neu eingekleidet.  Zum Glück waren wir so clever, den Wein nicht in Arbon zurückzulassen,  und wir ließen die schöne Fahrt mit zwei Flaschen Wein am Strand ausklingen. Kurz darauf setzte die Sturmwarnung am See ein – perfektes Timing!

Mit dem Zug ging es zurück nach Arbon, dort angekommen stürmte es schon heftig. Der Regen setzte ein als wir in einer Pizzeria zu Abend gegessen haben. Nach dem Essen war der Regen schon wieder vorbei und wir machten noch einen kurzen Abstecher in die Hafenbar. Reinhard und Falk profitierten dort vom Schnautzrabatt mit Getränken zum halben Preis ;)

Erst spät kamen wir in unserer Ferienwohnung an. Die Gastgeberin war so freundlich Kurts nasse Kleidung zu waschen und zu trocken. Mit einer weiteren Flasche Wein liessen wir diesen schönen Tag ausklingen.

Am nächsten Tag regnete es breites und wir starteten den Tag mit einem gemütlichen und reichhaltigen Frühstück.  Mit dem Zug ging es bei leichtem Regen zurück nach Romanshorn. Doch wie ein Wunder, als wir beim Boot angekommen waren, hörte es auf zu regnen. Somit starteten wir trocken bei glattem Wasser unsere Fahrt nach Konstanz.

Leider wurde es immer windiger und recht kalt war es auch.  Der Steuermann/frau musste sich in einen Schlafsack einwickeln. Aufgrund der Kälte wollten wir nicht mehr ins kalte Wasser steigen und entschlossen somit bis zum Ruderclub in Kreuzlingen durch zu rudern. Dort wärmten wir uns bei Heissgetränken im Campingplatz wieder auf. Um anschließend die letzten 30 Minuten nach Konstanz zu rudern.  Das Boot konnten wir beim Konstanzer Ruderclub ablegen und wir gingen im Konstanzer Wirtshaus fein essen. Währenddessen regnete es wieder, hörte jedoch pünktlich vor unserem kurzen Fußmarsch zum Bahnhof wieder auf. 

Nass wurden wir erst auf dem Weg vom Bregenzer Bahnhof zurück zum Ruderclub!

Probefahrt

Durch den starken Wind war leider nur eine Probefahrt im Hafen möglich. Die Hansa ist nun wieder dicht, die Rollebahnen fest und die Dollen sind wieder richtig eingestellt.

Boot fit machen für die grosse Fahrt!

Viele Fleissige Helfer haben geholfen das Boot für unsere lange Fahrt zu schleifen und zu lackieren. Besten Dank noch mal für vielen helfenden Hände und Josef für seine Ratschläge und die Unterstützung!

 

RV Wiking Bregenz - Am Strandweg 40 - 6900 Bregenz