Matteo Nussbaumer holt Bronze bei der ÖM 2017

(18.10.2017 - 22:30 Uhr)

Die Bronzemedaille im Junioren A-Leichtgewichts-Einer für Matteo Nussbaumer blieb die einzige Medaille für den RV Wiking Bregenz bei den Österreichischen Meisterschaften 2017 in Ottensheim, die vom 13. bis 15. Oktober einen Monat später als gewohnt über die Bühne gingen.

Siegerehrung LGW-JMA-1x: Anton Sigl (Gold, Mitte), Severin Erlmoser (Silber, links), Matteo Nussbaumer (Bronze, rechts)

Matteo auf dem Weg zu Bronze

Julia im Vorlauf des LGW-JWA-1x auf dem 3. Platz, knapp hinter Rang 2, kurz vor dem verhängnisvollen Fehler

Beatrice im A-Finale des JWA-1x kurz vor dem Ziel

Julie im Endspurt im A-Finale des JWB-1x

Ute am Start des prominent besetzten A-Finales im W1x

Saskia (Schlag) und Chiara (Bug) auf dem Weg zum A-Finale im SchW-2x

Mika/Benedikt (Nr 1) und Dominik/Fabian (Nr 5) beim Start ins A-Finale des SchM-2x

Jonas vor dem Rennen mit Coach Tevfik

Der "Fanclub"

Das Wetter auf der am Freitag neueröffneten Regattaanlage war am Morgen kalt und nebelig bzw. warm und sonnig, nachdem sich der Nebel verzogen hatte. Der RV Wiking Bregenz war mit 13 Sportlern zur ÖM angereist, die in 10 Rennen gemeldet waren. Tolle Unterstützng kam auch wieder vom treuen Bregenzer "Fanclub". Nicht dabei war das Bregenzer Aushängeschild Sarah Reimann, da sie bereits ihrem Studium in den USA nachgeht.

Das Top-Resultat für die Bregenzer Mannschaft lieferte Matteo Nussbaumer im Leichtgewichts-Einer der Junioren A (17/18jährge, max. 67,5 kg). Dieser fand erst am Sonntag statt, womit das Bregenzer Team lange auf diese Medaille warten musste. Matteo hatte bereits bei den Regatten im Frühjahr mit guten Leistungen aufgezeigt, u.a. mit dem Sieg in Klagenfurt. Man durfte also mit einer Medaille spekulieren. Von 12 gemeldeten Booten waren 11 dann auch am Start, somit gab es 2 Vorläufe, deren 3 erstplatzierte das A-Finale bestreiten würden - Matteo holte im 2. Vorlauf den 3. Platz. Im A-Finale waren Anton Sigl (Wiking Linz) und Severin Erlmoser (Möve Salzburg), die beide heuer bei der Junioren-WM teilnahmen, die großen Favoriten. Es war lange ein enger Kampf auf der 2000m langen Wettkampfstrecke, nur Anton konnte sich etwas vom Feld absetzen und das Rennen schließlich auch gewinnen. Matteo ruderte ein gutes Rennen und war bei 1500m noch voll im Kampf um die Silbermedaille dabei. Auf den letzten 500 m hatte Severin aber die größeren Reserven, konnte sich doch noch klar absetzen und 4,68 Sekunden vor Matteo Silber holen. Unter den Anfeuerungsrufen von Coach Tevfik Mersin brachte Matteo ebenfalls klar (knapp 4 s) vor den viert- und fünftplatzierten Günter Fischhuber (Pöchlarn) und Maximilian Riedel (Nautilus Klagenfurt) die Bronzemedaille ins Trockene.

Ein rabenschwarzer Tag war der Samstag für Julia Hagspiel: Im Leichtgewichts-Einer der Juniorinnen A (max. 57,5 kg) bedeuteten 11 startende Boote 2 Vorläufe mit jeweils 3 Plätzen fürs A-Finale. Es stellte sich heraus, dass alle Medaillenkandidatinnen (inklusive Julia) im 1. Vorlauf waren und somit das Erreichen des A-Finals in diesem Vorlauf eine nahezu sichere Medaille bedeutete. Julia ruderte ein gutes Rennen und konnte sich im Kampf um Platz 3 auf den letzten 500 m um eine 3/4 Bootslänge von der Villacherin Marie Traninger absetzen; vom  Regattasprecher bereits als drittplatzierte verkündet hatte Julia aber ein unglaubliches Blackout: Im Glauben bereits im Ziel zu sein hörte sie kurz vor der Ziellinie auf zu rudern - Marie bedankte sich, überholte sie und konnte somit im A-Finale ungefährdet die Bronzemedaille abstauben, die Julia eigentlich schon so gut wie sicher hatte. Der überlegene Sieg im B-Finale und damit Gesamtrang 7 war für Julia nur ein schwacher Trost..

Die gemessen an den Erwartungen vor der ÖM wohl größte (positive) Überraschung lieferte Beatrice Jäger im (offenen) Juniorinnen A-Einer am Sonntag. Bei insgesamt 10 startenden Booten ruderte Beatrice im 1. der beiden Vorläufe lange auf dem 4. Platz, knapp hinter Marie Traninger (Villach), konnte diese jedoch mit einem starken Endspurt überholen und brachte den 3. Platz auch ins Ziel (glücklicherweise kein vollständiges Deja vu...). Mit der damit verbundenen Qualifikation fürs A-Finale hatte sie in ihrem erst 2. Einerrennen über die Normaldistanz die Erwartungen der Trainer bereits übertroffen. Im A-Finale legte sie noch nach und konnte einen hervorragenden 4. Platz errudern, hinter den beiden Junioren-WM-Starterinnen Johanna Kristof (Völkermarkt, Gold) und Jovana Stanivuk (STAW, Silber) sowie (mit etwas Respektabstand dahinter) Johanna Hover (STAW, Bronze).

Einen weiteren 4. Platz am Sonntag gab es für Julie Praeg im Juniorinnen B-Einer (15/16 Jahre, 1500m). 18 startende Boote hießen 3 Vorläufe mit je 2 Plätzen fürs A-Finale. Julie konnte sich mit einem 2. Vorlaufrang fürs A-Finale qualifizieren. Im Finale erwischte sie einen sehr guten Start, ließ den Großteil des Feldes dann aber vorbeiziehen. 350 m vor dem Ziel konnte sie mit einem tollen Endspurt noch vom 5. auf den „undankbaren“ 4. Platz vorstoßen, war jedoch bereits zu weit von den Medaillenplätzen entfernt - in einem 18-Boote-Feld eigentlich ein gutes  Ergebnis, richtige Freude kam bei Julie jedoch nicht auf, war dieses doch das letzte der Rennen, in dem aufgrund der Saisonleistungen mit einer Medaille für Bregenz spekuliert werden durfte. Gold gewann Karin Brandner (Ottensheim), Silber Clara Berger (Melk), Bronze Valentina Cavallar (Friesen Wien).

Eine starke Leistung zeigte Ute Simma-Laib im Frauen-Einer. In einem prominenten 9-Boote-Feld, inklusive Magdalena Lobnig (Völkermarkt), der WM-3. in dieser Bootsklasse, erreichte sie sicher den für das A-Finale ausreichenden 3. Vorlaufrang. Im A-Finale hatte Ute zwar erwartungsgemäß keine Chance gegen das Top-Trio Magdalena (Gold), Birgit Pühringer (Ister Linz, Silber) und Anna Berger (Villach, Bronze), konnte jedoch zu Beginn der letzten 500m die Junioren-WM-Starterin Johanna Kristof (Völkermarkt) einholen - Johanna konnte nochmals kontern und den 4. Rang um 1,36 s ins Ziel retten. Für Ute blieb ein respektabler 5. Platz, noch vor der U23-WM-Starterin Miriam Kranzlmüller (Wiking Linz).

Positiv zu bewerten war auch der Auftritt der jungen Bregenzer Schülertruppe. Bis auf Fabian Kienreich hatten sie erst heuer mit dem Rudern begonnen und zeigten, dass sie ein Versprechen für die Zukunft sind. Im Schülerinnen-Doppelzweier (bis 14 Jahre, 1000 m) am Sonntag konnten Saskia und Chiara Dueler in einem 14-Boote-Feld mit einem 2. Vorlaufrang sensationell das A-Finale erreichen, wo sie nach hartem Kampf einen tollen 5. Rang erreichten.

Ebenfalls am Sonntag ins A-Finale schafften es im Schüler-Doppelzweier in einem 10-Boote-Feld sogar beide Bregenzer Boote: Im gleichen Vorlauf belegten sie die Plätze 2 (Dominik Reimann / Fabian Kienreich) und 3 (Mika Gabriel / Benedikt Thoma), womit auch sie die Erwartungen mehr als erfüllt hatten. Im Finale waren die Gegner zu stark, trotzdem können die vier mit dem 5. (Dominik / Fabian) bzw. 6. Platz (Mika / Benedikt) zufrieden sein.

Die restlichen Rennen mit Bregenzer Beteiligung:

Junioren B-Einer (Jonas Kienreich): 21 Boote, Vorlauf 3., C-Finale 4., Gesamt-16.

Schüler-Einer (Dominik Reimann): 7 Boote, Vorlauf 4., B-Finale 2., Gesamt 7.

Juniorinnen A-Doppelvierer (Julia Hagspiel / Caroline Zlimnig / Julie Praeg / Beatrice Jäger): abgemeldet, da bei 7 Booten (unerwartet) ein Vorlauf nötig gewesen wäre, was eine zu geringe Pause zwischen den Rennen zur Folge gehabt hätte (Beatrice und Julie ruderten am selben Tag auch im Einer)

Fazit: Der RV Wiking Bregenz hatte schon erfolgreichere ÖMs, insbesondere wenn man die Medaillenbilanz betrachtet, umso mehr schmerzt die verschenkte Medaille im Leichtgewichts-Juniorinnen A-Einer. Trotzdem gab es einige gute Leistungen, wobei sämtliche startenden Bregenzer Boote Kleinboote waren, meist Einer, und der größte Teil das A-Finale erreichte.

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