2 Bregenzer A-Final-Medaillen und ein Tagessieg in Wien

(04.07.2019 - 23:15 Uhr)

Am Wochenende des 29./30. Juni 2019 ging die 116. Auflage der Wiener Internationalen Ruderregatta auf der Neuen Donau über die Bühne – die Bregenzer Sportler zeigten in der Bundeshauptstadt gute Leistungen.

Silber für Dominik (2.v.r.) und Alexander (ganz rechts)

Die Regattastrecke in Wien auf der Neuen Donau

Die Wikinger in Wien

Alexander/Dominik starten ins A-Finale

Eine knappe Sache - Zieleinlauf des A-Finals im JWB 2x, Franziska/Chiara (Nr 3) auf Rang 3...

... und mit der Bronzemedaille

Chiara im A-Finale des JWB 1x

B-Finale im JWB 1x: Saskia (Nr 8), Franziska (Nr 9)

Veronika am Start des C-Finales im JWB 1x

Ausgezeichneter Start von Julie im A-Finale des JWA 1x

Als die Bregenzer Mannschaft am Freitagnachmittag in Wien ankam, war es erfreulicherweise nicht so heiß wie in den Tagen davor im Ländle, die Hitze sollte dann am Sonntag aber wieder zuschlagen. Der berüchtigte Wiener Wind drehte von Gegenwind am Freitag über weitgehende Windstille am Samstag auf zum Teil kräftigen Mitwind am Sonntag. Der RV Wiking Bregenz war mit 7 Sportlern, 3 Betreuern und Schiedsrichter Dan Tomac angereist – es hätten eigentlich 9 Sportler sein sollen, aber Fabian Kienreich war leider erkrankt, weshalb auch der Junioren B-Doppelvierer nicht wie geplant an der Regatta teilnehmen konnte und Felix Behnke kurzfristig vom Ruderer zum Betreuer mutierte. Wie üblich ruderten die Sportler der offenen Klassen und die Junioren A an beiden Wettkampftagen jeweils Vorlauf und Finale, während die Junioren B und Schüler am Samstag ein Abteilungsrennen ruderten, das auch als Vorlauf für die Rennen am Sonntag zählte. Neu war jedoch, dass die Wettkampfdistanz bei den Junioren B von 1500 auf 1000 m verkürzt wurde: Alle Rennen sollten von einer fixen Startvorrichtung losgehen – mit dieser Verkürzung musste diese nur 2 Mal täglich verschoben werden: Die Tage begannen mit den Vorläufen über 2000 m, gefolgt von den Rennen über 1000 m, zum Schluss folgten die Finalläufe über 2000 m.

Junioren B (Jahrgang 2003/04, Wettkampfdistanz in Wien 1000 m):

Zu einem Medaillengaranten entwickelt sich langsam, aber sicher der Junioren B-Doppelzweier mit Alexander Meßmer und Dominik Reimann. Im Rennen am Samstag ließen sie von Anfang an keinen Zweifel aufkommen, wer sich den Sieg in der 2. Abteilung holen wird. Sie gewannen das Rennen klar mit Tagesbestzeit und durften sich die Medaille für den Tagessieg abholen.

Im A-Finale am Sonntag wurde mit einem Duell mit dem Boot vom Salzburger Ruderverein Möve (Knoglinger/Farfeleder), das am Samstag die 1. Abteilung gewonnen hatte, gerechnet – so kam es auch. Beide Boote konnten sich recht bald vom Rest des Feldes absetzen. Dann konnte das Bregenzer Boot seinen Bugball um bis zu etwa eine halbe Bugkastenlänge vor jenen der Salzburger schieben. Allerdings konnte man sehen, dass Alexander und Dominik sich mit den Bedingungen schwertaten. Der starke Mitwind sorgte für störende Wellen und immer wieder war bei den Bregenzern Wasserspritzer zu sehen, wenn sie wieder einmal mit dem Ruder hängenblieben, während die Salzburger technisch sehr sauber und scheinbar ohne größere Mühe über die Wellen ruderten und sich verdient den Sieg holten. Alexander/Dominik gaben aber nicht auf und gewannen mit etwa 3,5 Sekunden Rückstand die Silbermedaille, 11 Sekunden vor den drittplatzierten Welsern (Reisner/Reitzinger).

Juniorinnen B (Jahrgang 2003/04, Wettkampfdistanz in Wien 1000 m):

Die wahrscheinlich spannendsten Rennen der Wiener Regatta fanden im Juniorinnen B-Doppelzweier statt, jeweils mit Bregenzer Beteiligung. Franziska Bitsche/Chiara Dueler lieferten sich am Samstag in der 2. Abteilung einen harten Kampf mit dem STAW-Boot Hornacek/Wiesinger – 900 m lang sah es gut für die Wikingerinnen aus, am Schluss hatten aber doch die Wienerinnen knapp das bessere Ende für sich, Franziska und Chiara blieb der dennoch wertvolle 2. Rang, der für das Erreichen des sonntägigen A-Finales nötig war.

Am Sonntag wurde es noch spannender: Wieder lagen Franziska/Chiara auf dem ersten Teil des Rennens (leicht) voran, auf der zweiten Streckenhälfte schlossen die Boote von STAW und Wiking Linz (Danninger/Seyringer) wieder auf – 250 m vor dem Ziel ruderten diese 3 Boote auf einer Linie und auch LIA Boot 2 (Boyer/Beer) lag nur knapp dahinter. Am Ende konnte sich STAW wieder durchsetzen, Franziska/Chiara fehlten nur rund 0,81 Sekunden auf den Sieg – und wurden dabei "nur" dritte (!), 0,5 Sekunden hinter Wiking Linz und selbst nur 0,39 Sekunden vor LIA 2. Eine hart erkämpfte Bronzemedaille!

Der RV Wiking war außerdem auch im Juniorinnen B-Einer vertreten und das gleich mit 4 Booten: Neben Franziska und Chiara starteten auch Saskia Dueler und Veronika Kaizler. Am Samstag konnte Chiara in der 1. von 3 Abteilungen den (für das A-Finale am Sonntag nötigen) 2. Rang errudern, während Veronika als 5. um 1,11 Sekunden das B-Finale verpasste. In der 2. Abteilung ruderten Franziska und Saskia gegeneinander, die Ränge 3 und 4 bedeuteten, dass sie dies auch am Sonntag im B-Finale tun würden.

Im A-Finale ruderte Chiara bei schwierigen Bedingungen (siehe oben) ein sehr gutes Rennen. Die Medaillenränge lagen zwar außer ihrer Reichweite, sie konnte sich mit dem 4. Rang aber unmittelbar dahinter platzieren. Im B-Finale schien Franziska um den Sieg mitrudern zu können, sie blieb mit den Rudern aber immer wieder in den Wellen hängen und konnte schließlich den 2. Rang (Gesamt-8.) gerade noch gegen ihre am Schluss aufkommende Vereinskollegin Saskia verteidigen, die 3. (bzw. Gesamt-9.) wurde. Das C-Finale ging für Veronika komplett daneben – ihre Kappe rutschte ihr bereits früh im Rennen ins Gesicht, wodurch sie fast blind rudern musste…

Juniorinnen A (Jahrgang 2001/02, Wettkampfdistanz 2000m):

Julie Praeg startete im Einer und nahm am Freitagabend auch schon am Einzelzeitfahren des ÖRV teil. Sie hatte schwierige Wochen hinter sich: abgesehen davon, dass die Trainingsbedingungen auf dem Bodensee wegen Unmengen an Treibholz noch schlechter als sonst waren, hatten sich ihre Hoffnungen auf eine Teilnahme am Coupe de la Jeunesse in Luft aufgelöst: Im Frühjahr trainierte sie mit dem Ziel, ein möglichst schnelles Boot für den Coupe zu finden, noch mit einer Wiener Gruppe mit, u.a. bei Trainingslagern in Sabaudia und Völkermarkt, wobei ein Doppelvierer in Völkermarkt auch gut zu funktionieren schien; im Mai wurden die Zeichen dann aber immer deutlicher, dass es die Lianesen doch vorzogen, ein reines Vereinsboot zu rudern – verständlicherweise ein ordentlicher Motivationsdämpfer für Julie, war es zu diesem Zeitpunkt natürlich auch schon zu spät, andere Allianzen zu schmieden. Das Einzelzeitfahren und der Vorlauf am Samstag, in dem sie das A-Finale deutlich verpasste, verliefen nicht gut, wobei das Problem v.a. in Julies Kopf lag, der einfach „nicht bei einem Wettkampf war“, wie sie es beschrieb. Im samstägigen B-Finale schien sich der Knoten im Kopf zu lösen, sie ruderte viel entschlossener und gewann es überlegen - mit ihrer Laufzeit hätte sie auch im A-Finale, das von den starken slowenischen Ruderinnen dominiert wurde, um den 4. Platz mitrudern können.

Im Vorlauf am Sonntag konnte sich Julie ohne an ihre Grenze gehen zu müssen den 3. Rang und damit die Qualifikation fürs A-Finale sichern. Im A-Finale ruderte sie bei deutlichem Mitwind, aber doch schon störenden Wellen (die beiden Effekte schienen sich zu neutralisieren - die Laufzeiten der A-Finals von Samstag und Sonntag waren sehr ähnlich) ein gutes Rennen und erreichte nun tatsächlich hinter 3 der 4 Sloweninnen den 4. Rang, womit die Regatta doch noch ein versöhnliches Ende nahm.

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