Vizemeistertitel für Jerrik Giselbrecht bei der ÖM 2025
Die Anreise der relativ kleinen ÖM-Mannschaft nach Ottensheim war bereits für Donnerstag (2. Oktober) geplant worden um rechtzeitig vor Ort zu sein, falls in einem der Rennen mit Bregenzer Beteiligung ein Vorlauf am Freitag angesetzt werden würde. Da dies nicht der Fall war, wurde der Freitag noch für ein letztes Training genutzt, ansonsten verlief er deutlich weniger hektisch als (bei Anreise am Freitag) gewohnt. Herrschte zunächst noch sonniges Wetter mit angenehmen Temperaturen vor, sollte sich dies am Samstag und Sonntag nach einem Temperatursturz deutlich ändern, am Sonntag kam auch leichter bis kräftiger Mitwind und teilweise auch ein leichter Nieselregen auf.
Der Samstag begann gleich mit dem Höhepunkt aus Bregenzer Sicht:
Junioren-A-Einer (Jahrgang 2007/08, Wettkampfdistanz 2000m)
Nach seiner letztjährigen ÖM-Bronzemedaille war natürlich auch heuer eine Medaille das erklärte Ziel von Jerrik Giselbrecht, der im Winter gut trainiert hatte, im Jänner aber durch einen Oberarmbruch zurückgeworfen wurde, es aber doch noch in die Junioren-Nationalmannschaft geschafft und Österreich im Juli beim Coupe de la Jeunesse vertreten hatte. Allerdings haderte Jerrik damit nicht für die Junioren-WM berücksichtigt worden zu sein (auch wenn er beim Kleinboottest zugegebenermaßen keine Top-Leistung gezeigt hatte). Dass er gut drauf ist, zeigte er bereits im 3. Vorlauf, den er überlegen gewann ohne sich voll ausrudern zu müssen.
Im A-Finale gelang ihm leider kein guter bzw. seinen Kontrahenten ein besserer Start – jedenfalls fand sich Jerrik am Anfang des Rennens nur im Kampf um den 5. und 6. Rang wieder und musste eine fulminante Aufholjagd starten: Nach 500 m auf Rang 4, nach 1000 m auf Rang 3, kurz vor der 1500 m-Marke ging er auch am späteren Bronzemedaillengewinner Andreas Bertagnoli (Donau Wien) vorbei. Lediglich der ein hervorragendes Rennen rudernde Ben Eckschlager (Wiking Linz) war auf den ersten 500 m bereits zu weit enteilt um von Jerrik noch in Gefahr gebracht zu werden und holte sich mit rund 6 Sekunden Vorsprung verdient den Meistertitel. Das Wiking-Trainerteam um Headcoach Teresa Köppel und Juniorencoach Tevfik Mersin durfte Jerrik aber schließlich zu einer tollen Silbermedaille und damit dem Vizemeistertitel in diesem stark besetzten Rennen gratulieren, in dem er so manchen Junioren-WM-Teilnehmer hinter sich ließ!
Schüler-Einer (Jahrgang 2011 und jünger, Wettkampfdistanz 1000 m)
In diesem Rennen am Samstag starteten mit Fidelio Balcz und Christoph Baaken-Buchrieser gleich 2 Bregenzer. Bei 24 Startern stand ein Einzelzeitfahren (Time Trial) zur Ermittlung der Finalläufe auf dem Programm. Fidelio erreichte dabei den guten 5. Rang, mit dem er einen weiteren Platz im A-Finale für den RV Wiking sichern konnte, Christoph verpasste mit dem 19. Rang knapp das C-Finale.
Im A-Finale wäre für Fidelio der 4. Platz durchaus erreichbar gewesen, allerdings zeigte sich einmal wieder, dass in der Regel derjenige ein Duell im Endspurt verliert, dessen Augen beim Gegner und nicht im eigenen Boot sind… Dennoch ist ein 5. Rang unter 24 Booten ein sehr respektables Ergebnis.
Christoph ruderte in seinem ersten Einer-Rennen auf den 2. Rang im D-Finale und somit den 20. Gesamtrang.
Juniorinnen-B-Doppelzweier (Jahrgang 2009/10, Wettkampfdistanz 1500 m)
Für Madeleine Stenzel/Lilli Sinz schien am Samstag im 3. Vorlauf des Juniorinnen-B-Doppelzweiers (16 Boote) zunächst eine gute Chance für das Erreichen des A-Finals zu bestehen. Die Abmeldung des Villacher Bootes am Morgen des Wettkampftages verschob jedoch die Einteilung der Vorläufe – somit hatten die Bregenzerinnen mit den Booten aus Ottensheim und Wels plötzlich 2 Top-Favoriten im Lauf, was die Aufgabe den für das Erreichen des A-Finals notwendigen 2. Platz zu erreichen sehr schwierig machte. Die beiden Favoriten dominierten den Vorlauf auch von Anfang an (und gewannen später Silber und Bronze) – ein 3. Platz für Madeleine/Lilli bedeutete den Gang ins B-Finale. Der Sieg in diesem war schließlich ein versöhnlicher Abschluss dieses Rennens.
Juniorinnen-B-Einer (Jahrgang 2009/10, Wettkampfdistanz 1500 m)
Madeleine und Lili starteten am Sonntag auch noch im Einer. Im Time Trial (bei 24 Booten) qualifizierte sich Lilli mit einem guten 9. Rang fürs B-Finale, für Madeleine war der 16. Rang und damit das C-Finale eine Enttäuschung (v.a. für sie selbst).
Im B-Finale verpasste Lilli knapp den 2. Rang, der 3. Rang bestätigte aber den 9. Gesamtrang des Time Trials. Madeleine zog sich im C-Finale mit dem 2. Rang (14. Gesamtrang) mit Anstand aus der Affäre.
Schüler-Doppelzweier (Jahrgang 2011 und jünger, Wettkampfdistanz 1000 m)
Auch hier waren am Sonntag mit Fidelio Balcz/Moritz Röser und Lorenz Speckle/Christoph Baaken-Buckrieser 2 Bregenzer Boote am Start. Fidelio/Moritz erreichten im Time Trial (bei 23 Booten) den 15. Rang (C-Finale), Lorenz/Christoph den 19. Rang (D-Finale).
Im C-Finale konnten Fidelio/Moritz das Duell um den 4. Rang knapp für sich entscheiden (16. Gesamtrang). Im D-Finale erreichten Lorenz/Christoph Rang 3 und somit den 21. Gesamtrang.
Masters-Doppelzweier E + F (Durchschnittsalter bis 55 / 60 Jahre, Wettkampfdistanz 1000 m)
Bettina Sieß/Ute Simma beweisen am Samstag einmal mehr, dass auch die Breitensportabteilung des RV Wiking erfolgreich unterwegs ist. Da sie die einzige gemeldete Crew der Altersklasse E waren, wurde das Rennen gemeinsam mit der Kategorie F ausgetragen. Den Vorsprung von 7 Sekunden, den die 3 anderen Boote am Start bekommen hatten, konnten die Bregenzerinnen bereits vor der Streckenhälfte aufholen und sicherten sich schließlich überlegen Gold und damit den Masters-Meistertitel.
Herzliche Gratulation an alle!