, Thomas Böhler

2 Meistertitel und 1 Bronzemedaille bei der 1. Coastal Rowing ÖM in Bregenz 2025

Am 6./7. September fanden in Bregenz die 1. Österreichischen Meisterschaften im Coastal Rowing statt - der RV Wiking Bregenz durfte dabei 2 Meistertitel in der Disziplin Endurance und eine Bronzemdaille im Beach Sprint feiern.

Abgesehen von den schönen sportlichen Ergebnissen bei dieser „Heim-ÖM“ war die Coastal-ÖM für den RV Wiking Bregenz auch als Veranstalter ein Erfolg – während man vor 2 Jahren bereits eine Coastal Endurance-Regatta veranstaltet hatte, betrat man in puncto Beach Sprint Neuland; aber trotz einer gehörigen Portion „learning by doing“ verlief die ÖM ohne signifikante Pannen, das Echo von den angereisten Sportlern und Betreuern war sehr positiv, sehr zur Freude des OK-Teams (Christian Kaizler, Ute Simma und Cheftrainerin Teresa Köppel) und der vielen freiwilligen Helfer des RV Wiking. Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an den ÖRV, ohne dessen Unterstützung diese ÖM nicht möglich gewesen wäre. Ein Danke geht auch an die Sponsoren, welche die Durchführung der Coastal-ÖM unterstützt haben: Land Vorarlberg, Stadt Bregenz, Vo:üs, Sportunion, Zahnarztpraxis DDr. Kapeller und Sparkasse Bregenz. Spezieller Dank auch an ÖRV-Coastal-Junioren-Disziplintrainer Wolfgang "Luggi" Sigl, der das Management des (geliehenen) Bootsmaterials inklusive Rücktransport nach Italien übernahm, und an das Schiedsrichter-Team unter der Leitung von Karin Schuster für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Die Rennen konnten auch per Live-Stream verfolgt werden (moderiert von Martin Animashaun und Wolfgang Pawlinetz).

 

Samstag: Beach Sprint

Am Samstag gingen die Beach-Sprint-Bewerbe im Strandbad Bregenz vor ca. 100 Zuschauern über die Bühne, unter denen sich u.a. auch Nationaltrainer Kurt Traer befand, der am Abend bereits zur U23-WM (Flachwasser) nach Tschechien weiterreiste. 2 aus jeweils 3 Bojen bestehende Bahnen waren aufgebaut: auf dem Weg zur am weitesten vom Ufer entfernten Wendeboje musste je eine der beiden restlichen Bojen auf der Back- bzw. Steuerbordseite passiert werden, der Weg zurück zum Ufer erfolgt direkt. Vor und nach dem Rudern erfolgte ein jeweils etwa 30 m langer Sprint zum bzw. vom Boot, im Ziel wurde die Zeit durch Drücken eines Buzzers gestoppt. Vor den Finalläufen (Viertel-, Halb-, kleines/großes Finale) wurden Einzelzeitläufe (Time Trials) ausgetragen, die einerseits über die Qualifikation für die Finalläufe (bei mehr als 8 Booten), anderseits über das Recht der Wahl der Bahn im Viertelfinale entschieden. Bei den Time Trials mussten im Gegensatz zu den Finalläufen die Wendebojen beider Bahnen umrundet werden, was die Strecke etwas verlängert. Es gab Rennen im Einer und Mixed-Doppelzweier.

Beach Sprint Juniorinnen Einer:

Amelie Stenzel, die 2024 beim Coastal Coupe de la Jeunesse mit Ina Vonach einen Top 8-Platz im Doppelzweier erreicht hatte, blickt auf eine krankheitsbedingt verkorkste Saison zurück, konnte im Time Trial aber auf den 3. Rang rudern. Das Viertelfinale gegen die Salzburgerin Flora Wolfschütz konnte sie noch relativ sicher für sich entscheiden, im Halbfinale gegen die spätere österreichische Meisterin Esther Schöberl (Donau Wien) lag Amelie zunächst noch vorne, hatte dann aber v.a. auf der 2. Streckenhälfte das Nachsehen. Das kleine Finale gegen Alena Lux (Wels) war dann v.a. durch eine Strafe für Alena (inkorrekt passierte Boje) eine überraschend klare Sache für Amelie, aber auch wenn man die Strafzeit abzieht, hätte Amelie dieses kleine Finale und damit die Bronzemedaille gewonnen – herzliche Gratulation!

Beach Sprint Frauen Einer:

Für den RV Wiking ging Ina Vonach ins Rennen (2024 noch in der Juniorenklasse mit einem Top 8-Platz beim Coastal Coupe de la Jeunesse). In einem illustren Feld konnte Ina den guten 4. Rang im Time Trial erreichen. Im Viertelfinale gegen die Villacherin Valentina Krug sah es lange gut für Ina aus, bis sie im (falschen) Glauben, dass sie auf dem Rückweg beide Bojen auf der Backbordseite passieren müsse auf die vermeintlich falsche Seite der letzten Boje geriet und abstoppte um den Kurs zu korrigieren. Leider war das Duell damit verloren und Ina ausgeschieden. Das große Finale konnte die Weltmeisterin (und Olympia-Bronzemedaillengewinnerin 2021 im Flachwasser-Frauen-Einer) Magdalena Lobnig (Völkermarkt) gegen Europameisterin Tabea Minichmayr (Möve Salzburg) für sich entscheiden.

Beach Sprint Männer Einer:

Mit Alexander Meßmer und Dominik Reimann waren 2 Bregenzer dabei. Auch für die beiden Burschen war im Viertelfinale Schluss, für Alexander (4. im Time Trial) gegen den späteren Silbermedaillengewinner Justus Gschaider (Ister Linz), für Dominik (6. im Time Trial) gegen den späteren Staatsmeister Paul Ruttmann (Gmunden).

Beach Sprint Junioren-Einer:

Für Philipp Baaken-Buchrieser war leider bereits nach den Time Trials Schluss, wo er den 10. Platz erreichte und den für ein Weiterkommen notwendigen 8. Rang dabei um rund 5 Sekunden verfehlte.

Beach Sprint Mixed-Doppelzweier:

Ina Vonach/Alexander Meßmer ruderten einen guten Time Trial, in dem sie den 5. Rang erreichten. Im Viertelfinale kam dann leider das Out gegen die späteren Staatsmeister aus Völkermarkt (Magdalena Lobnig/Nikolaj Wrienz), die v.a. eine deutlich effizientere Wende zeigten.

Beach Sprint Junioren-Mixed-Doppelzweier

Amelie Stenzel/Philipp Baaken-Buchrieser erreichten im Time Trial den tollen 3. Rang. Im Viertelfinale kam allerdings ein etwas ärgerliches Out gegen die Welser Crew Marie Zauner/Jakob Oberndorfer: Nach der Wende versteuerte sich das Bregenzer Boot und musste relativ viele Extrameter rudern - am Ende entschieden die Welser das Duell um 2,1 s für sich.

                                                                                                                             

Sonntag: Endurance

Am Sonntag fanden die Endurance-Bewerbe auf einem rund 2,5 km langen Rundkurs vor dem Clubgelände des RV Wiking statt, der zweimal umrundet werden musste (insgesamt 7 Wenden über Steuerbord und 2 über Backbord). Sämtliche Rennen wurden im Doppelzweier durchgeführt, dabei gab es spannende Bord-an-Bord-Kämpfe, die durchaus auch das Material strapazieren konnten (im Mixed-Rennen kam es sogar zu einem Skullbruch). Zu den Rennen mit Bregenzer Beteiligung:

Endurance Juniorinnen Doppelzweier:

Madeleine Stenzel und Lilli Sinz starteten in diesem Rennen, das gemeinsam mit dem Frauen-Rennen durchgeführt wurde. Die Schalk-Zwillinge aus Völkermarkt erwischten den besten Start und umrundeten die erste Richtungsboje knapp vor den Bregenzerinnen. In weiterer Folge schienen aber Madeleine/Lilli etwas schneller als die Kärntnerinnen rudern zu können, diese konnten ihnen bei den Wenden aber immer wieder den Weg blockieren. Auf der langen Zielgerade der 1. Runde konnten sich Madeleine/Lilli auf der Innenbahn neben ihre Gegnerinnen setzen, die jedoch beim Ansteuern der nächsten Boje nach innen zogen, wodurch es zur Kollision kam (glücklicherweise ohne Verletzung oder Schaden), welche zunächst eher den Völkermarkterinnen zu nutzen schien. Madeleine/Lilli setzten nun aber alles auf eine Karte, sprinteten an den Kärntnerinnen vorbei und konnten sich vorentscheidend absetzen. Bis ins Ziel bauten sie den Vorsprung weiter aus und holten sich den ersten österreichischen Meistertitel in dieser Bootsklasse. Silber ging an Völkermarkt, Bronze an Wels. (Detail am Rande: Nachdem ein Rad an ihrem Rollsitz abgefallen war, ruderte Madeleine einen Teil des Rennens mit nur 3 Rädern am Rollsitz.)

Endurance Junioren Doppelzweier:

Philipp Baaken-Buchrieser startete mit Jerrik Giselbrecht, der Österreich vor einigen Wochen beim Coupe de la Jeunesse (Flachwasser) vertreten und dort zweimal den 5. Rang erreicht hatte. Die beiden starteten schnell, was bereits eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten bedeutete, da sich ihre beiden Verfolger LIA Wien und Wels einen harten Kampf lieferten, bei dem es auch am Ende der 1. Runde zu einer Kollision kam (wie bei den Juniorinnen). Philipp/Jerrik konnten sich durch ihre schnelle erste Länge aus allen Kämpfen heraushalten, waren somit die lachenden Dritten und ruderten den Sieg und damit den zweiten österreichischen Meistertitel für den RV Wiking an diesem Tag sicher nach Hause. Silber ging an LIA, Bronze an Wels.

Endurance Frauen Doppelzweier:

Ina Vonach/Amelie Stenzel standen in diesem Rennen, das gemeinsam mit dem Rennen der Juniorinnen durchgeführt wurde, gegen die amtierenden Vökermarkter Endurance-Weltmeisterinnen Magdalena und Katharina Lobnig naturgemäß vor einer unlösbaren Aufgabe, ruderten für sich aber ein gutes Rennen – Rang 2.

 

Bei den Siegerehrungen am Samstag abends bzw. Sonntag mittags durfte der RV Wiking einige Ehrengäste begrüßen, die den frischgebackenen Meistern die Ehrenpreise überreichten: Am Samstag Philipp Groborsch vom Sportreferat des Landes Vorarlberg und Sportstadtrat Michael Felder, am Sonntag Bürgermeister Michael Ritsch. ÖRV-Vizepräsidentin Birgit Steininger überreichte an beiden Tagen die Medaillen.

Bei sonnigem Wetter endete eine für den RV Wiking sowohl in organisatorischer als auch sportlicher Hinsicht erfolgreiche Coastal-ÖM. Am 3.-5. Oktober folgt die ÖM im traditionellen (Flachwasser-)Rudern in Ottensheim.

 

Gesamterbgebnis: 1. Coastal Rowing ÖM in Bregenz 2025

Live-Stream Samstag: Beach-Sprint

Live Stream Sonntag: Endurance

ORF-Beitrag: Vorarlberg Heute