, Thomas Böhler

Heidelberger Regatta 2024

Am 11./12. Mai startete der RV Wiking mit einer 6köpfigen Mannschaft in Heidelberg in die Regattasaison 2024.

Die Rennen gingen bei sommerlichem Wetter auf dem Neckar über die Bühne. Das Besondere in Heidelberg ist, dass einerseits die Rennen über maximal 1500 m ausgetragen werden, also auch jene der Junioren A- und der offenen Klassen (normalerweise 2000 m), andererseits muss bei den 1500m-Rennen nach 500 m eine Brücke durchquert werden. Die Rennen am Sonntag werden nach den Ergebnissen am Samstag gesetzt, d.h. die schnellsten Boote vom Samstag fahren am Sonntag in der 1. Abteilung usw. … 

 

Juniorinnen A Doppelzweier (1500m): 

Das Top-Ergebnis in Heidelberg lieferten Amelie Stenzel/Ina Vonach im Doppelzweier der 17/18jährigen Juniorinnen. Am Samstag kämpften die beiden auf den ersten 1000m noch mit Abstimmungsschwierigkeiten, die letzten 500m liefen dann aber schon richtig gut – das auch im Vergleich mit den Laufzeiten der anderen Abteilungen überlegene 2. Boot des Heidelberger Ruderklubs konnten sie zwar nicht mehr erreichen, sicherten sich mit dem 2. Rang in ihrer Abteilung aber für Sonntag die Teilnahme in der 1. Abteilung (quasi das A-Finale), und das mit der zweitschnellsten Zeit aller Abteilungen.  

Am Sonntag war das 2. Boot des Heidelberger Ruderklubs nicht mehr am Start, so wurde das Rennen am Sonntag zu einer klaren Angelegenheit für Amelie und Ina – die beiden gewannen in überlegener Manier mit gut 8 Sekunden Vorsprung auf das (am Samstag 1., am Sonntag einzige) Boot des Heidelberger Ruderklubs! 

 

Junioren A Einer (1500m): 

Jerrik Giselbrecht hat in den letzten Monaten gut trainiert und sich physiologisch sehr gut entwickelt, allerdings fehlen im noch die notwendigen Trainingskilometer im Einer, um sein Potential voll aufs Wasser bzw. ins Boot zu bringen. Die dadurch bedingte Unsicherheit merkte man ihm in Heidelberg an, verstärkt wurde sie noch durch eine irrtümlich vorgenommene Änderung der Bootseinstellung – am Samstag kam es im Rennen dann sogar zu einer Kenterung, wodurch Jerrik das Ziel nicht erreichte. Auch am Sonntag entsprach die Leistung sicher nicht seinem physiologischen Potential - in die 4. Abteilung gesetzt erreichte er zwar das Ziel, gegen seinen Gegner aus Würzburg konnte er allerdings nicht viel ausrichten. Für ihn gilt es im Training viele Kilometer zu rudern und die notwendige Sicherheit im (wackligen) Einer zu gewinnen. 

 

Juniorinnen A Einer (1500m): 

Amelie Stenzel zeigte am Samstag in ihrem ersten Einer-Rennen eine sehr gute Leistung, dennoch endete das Rennen etwas ärgerlich. Nach einer guten 1. Rennhälfte ging sie mit einem Vorsprung von etwa 1 Bootslänge auf Anna Müsel aus Speyer auf die letzten 500m. Die Ruderin aus Speyer holte in einem guten Endspurt Zentimeter um Zentimeter auf und schaffte es auf den letzten Metern ihre Bugspitze vor jene des Bregenzer Boots zu schieben und das Rennen mit 0,2 Sekunden Vorsprung auf Amelie zu gewinnen, die mit deutlichem Vorsprung auf die restlichen Boote den 2. Platz in dieser Abteilung belegte und auch die zweitschnellste Zeit aller Abteilungen ruderte. 

Am Sonntag lief es in der 1. Abteilung (also dem A-Finale) bei schwierigen Wasserbedingungen nicht ganz so gut – auch bei Amelie spielten die noch relativ wenigen Trainingskilometer im Einer eine Rolle. So konnte sie Anna Müsel am Sonntag nicht wirklich fordern und blieb auch 3 Sekunden hinter Erika Matthei aus Mainz, der erreichte 3. Platz ist aber dennoch ein achtbares Ergebnis.  

 

Juniorinnen B Einer, Leistungsgruppe III (1500m): 

Das samstägige Einer-Rennen der 15/16jährigen Mädchen, die noch kein Rennen gewonnen haben, war für Anna-Sophia Wall sowohl das erste Rennen in dieser Altersklasse als auch ihr erstes Einer-Rennen. Es verlief am Anfang spektakulär, da die Boote nach 500m zum Teil Schwierigkeiten mit der Navigation um die Brückenpfeiler hatten. Anna-Sophia kam ohne größeres Problem unter der Brücke durch und fand sich plötzlich an 1. Stelle liegend wieder. Die Stuttgarterin Charlotte Wünsche war aber zu stark, konnte sie auf den folgenden 1000m noch überholen und gewann das Rennen noch mit deutlichem Vorsprung. Anna-Sophia brachte den 2. Platz aber sicher ins Ziel. 

Am Sonntag war die 2. Abteilung dann eine klare Angelegenheit für Anna-Sophia – sie gewann das Rennen mit deutlichem Vorsprung, während die Plätzte 2-4 hart umkämpft waren und an die Boote auf Trier, Nürtingen und Ulm gingen. 

 

Mädchen Doppelzweier 13+14 Jahre (1000m): 

Madeleine Stenzel war bereits letztes Jahr in dieser Bootsklasse (in Österreich „Schülerinnen Doppelzweier“) unterwegs, da ihre damalige Partnerin Anna-Sophia Wall aber in die Juniorinnen B-Klasse aufgestiegen ist, tut sie dies heuer mit ihrer neuen Partnerin Lilli Sinz, für die Heidelberg die erste Regatta war. Die beiden lieferten passable Rennen – natürlich gibt es bei der jungen Mannschaft noch Verbesserungspotenzial (auch hier spielen die schon erwähnten relativ wenigen Trainingskilometer eine Rolle), in Heidelberg waren aber bereits gute Ansätze zu sehen, die sich aber noch nicht ganz in entsprechenden Resultaten manifestierten. Am Samstag kämpften Lilli und Madeleine in einem engen Rennen mit den Booten aus Mainz und Nürtingen bis zum Endspurt um den Sieg mit und belegten dann mit nur 2 Sekunden Rückstand auf die Mainzer Siegerinnen den 3. Platz. 

Am Sonntag passierte den beiden bei den schon erwähnten schwierigen Wasserbedingungen am Vormittag in der 1. Abteilung ein kapitaler „Krebs“, d.h. ein Ruder verfing sich im Wasser, der folgende Steher inklusive der notwendigen Neuausrichtung des Boots kostete viele Sekunden, wodurch schließlich nur der 4. Platz mit deutlichem Rückstand blieb. 

 

Mädchen Einer 13+14 Jahre (1000m): 

Eine Talentprobe lieferte Madeleine Stenzel auch im Einer ab, in dem auch sie zum ersten Mal ein Rennen bestritt. Am Samstag erreichte sie nur gut 2 Sekunden hinter Aurelia Hammer aus Marbach den 2. Platz mit der auch klar zweitschnellsten Laufzeit aller Abteilungen. Da es am Samstag 4 Abteilungen gab und die 1. Abteilung somit mit den 4 Laufsiegerinnen vom Samstag aufgefüllt war, musste Madeleine am Sonntag in die 2. Abteilung (quasi das B-Finale). 

Diese 2. Abteilung am Sonntag wurde eine klare Angelegenheit für Madeleine, die dieses Rennen souverän mit deutlichem Vorsprung gewinnen konnte. 

 

Viel Zeit zum Erholen bleibt der Bregenzer Mannschaft nicht – am 25. und 26. Mai steht bereits die EUROW in Ottensheim auf dem Programm. 

 

Ergebnisse zum Herunterladen:
90._Heidelberger_Ruder-Regatta_Regattaergebnis_FINALE.pdf