, Thomas Böhler

Kompletter Medaillensatz bei der EUROW in Ottensheim 2024

Sehr erfreulich verlief die EUROW auf der WM-Strecke von 2019 in Ottensheim am 25./26. Mai – die 11 Bregenzer Sportler zeigten gute Leistungen, die mit Gold, Silber und Bronze in den sonntägigen A-Finals gekrönt wurden, mit einem 4. und einem 5. Rang gab es noch 2 weitere Platzierungen in einem A-Finale.

 

Nach 2 Jahren Pause kehrten die Bregenzer Ruderer nach Ottensheim zurück, mit 11 Aktiven war das Team fast doppelt so groß wie vor 2 Wochen in Heidelberg.  Die Anreise erfolgte wie üblich am Freitag, es folgte noch ein erstes Kennenlernen der Strecke (im wahrsten Sinne des Wortes, alle Sportler waren zum ersten Mal in Ottensheim). An beiden Wettkampftagen zeigte sich die Strecke von ihrer besten Seite (ruhiges Wasser, kein bis kaum Wind) und machte damit wieder einmal klar, warum sie die beste Regattastrecke in Österreich ist. Die Rennen am Samstag dienten als Vorläufe, nach deren Ergebnis die Finalläufe am Sonntag gesetzt wurden. Erfreulicherweise erfüllten alle Bregenzer Boote die Erwartungen des Trainerteams bzw. übertrafen diese sogar.

 

Schülerinnen (Jahrgang 2010 und jünger, Wettkampfdistanz 1000m):

Im Doppelzweier (10 Boote) zeigten Lilli Sinz/Madeleine Stenzel im Vergleich zu Heidelberg eine wahre Leistungsexplosion, die so nicht zu erwarten war. Mit (nach Heidelberg) der Erfahrung einer Regatta ausgestattet und nach der einen oder anderen Verfeinerung der Technik konnte den beiden in Ottensheim keine andere Crew das Wasser reichen. Nach einem überlegenen Sieg im Vorlauf am Samstag (mit 12 Sekunden Vorsprung) konnten Lilli und Madeleine auch das A-Finale am Sonntag und damit die Goldmedaille ganz klar gewinnen (mit gut 10 Sekunden Vorsprung, die Ränge 2-6 lagen dann innerhalb von gut 12 Sekunden) – Silber ging an den Wiener Ruderclub Pirat, Bronze an den Lauinger Ruder- und Surfclub Donau (GER).

Für Madeleine im Einer bedeuteten 21 gemeldete Boote den unbeliebten (weil oft unfairen) Modus mit 6 Vorläufen, bei denen jede Platzierung ein anderes Finale bedeutet (wenn man in den Vorlauf mit dem schnellsten Boot gelost wird, kann man auch als eigentlich zweitschnellstes Boot nicht ins A-Finale kommen). 3 Abmeldungen bzw. 18 verbleibende Boote hätten prinzipiell den Modus mit 3 Vorläufen ermöglicht, die Abmeldungen erfolgten aber wohl zu knapp vor den Rennen. Madeleine gewann ihren Vorlauf souverän mit knapp 8 Sekunden Vorsprung. Im A-Finale am Sonntag hatten 3 Gegnerinnen eine bessere Vorlaufzeit als Madeleine gerudert, vor allem Mia Profoß aus Pöchlarn, die dann auch das A-Finale deutlich gewann. Madeleine startete gut und lag etwa 300m vor dem Ziel im Kampf um den 3. Rang gut eine Bootslänge hinter dem 2. Rang. Mit einem sehenswerten Endspurt konnte sie noch auf den 2. Rang vorstoßen und gewann 9 Sekunden hinter Mia Profoß und gut 2 Sekunden vor Martha Fischbach aus Lauingen (GER) eine hervorragende Silbermedaille.

 

Juniorinnen A (Jahrgänge 2006/07, Wettkampfdistanz 2000m)

Bei 8 gemeldeten und nach einer Abmeldung schließlich 7 starteten Booten waren Amelie Stenzel und Ina Vonach im Doppelzweier in den 2. Vorlauf mit 3 Booten gelost worden und mussten somit zweite werden, um ins A-Finale zu kommen – auf der 1. Streckenhälfte waren sie noch im Kampf um den 1. Platz dabei, dann mussten sie der deutsche Renngemeinschaft aus Deggendorf und Regensburg zwar den Vortritt lassen, sicherten sich aber mit deutlichem Vorsprung auf die andere deutsche Renngemeinschaft aus Deggendorf und München den 2. Rang. Im A-Finale am Sonntag konnten sich die späteren Siegerinnen aus Prag und die Renngemeinschaft Deggendorf/Regensburg rasch etwas vom restlichen Feld absetzen, dahinter konnten Amelie/Ina aber über das gesamte Rennen den 3. Rang knapp vor der Renngemeinschaft LIA Wien/Villach und dem 2. Boot aus Prag behaupten und sich als bestes österreichisches Boot die Bronzemedaille sichern.

 

Junioren A (Jahrgänge 2006/07, Wettkampfdistanz 2000m)

Jerrik Giselbrecht konnte vor 2 Wochen in Heidelberg sein Potenzial überhaupt nicht ausschöpfen, vor seinem Vorlauf am Samstag war er daher noch sichtlich nervös. Bei 18 gemeldeten und schließlich 16 startenden Booten gab es 3 Vorläufe. Im 2. Vorlauf (mit diesmal passender Bootseinstellung und bei den guten Bedingungen in Ottensheim) war Jerrik dann fast nicht wiederzuerkennen - er ruderte ein wirklich gutes Rennen und erreichte hinter Joe Koch-Daubrawa (LIA Wien) den 2. Rang, was die nach Heidelberg nicht zu erwartende, aber umso erfreulichere Qualifikation für das sonntägige A-Finale bedeutete. Im A-Finale waren nach der Abmeldung von Koch-Daubrawa 5 Boote am Start – Jerrik kämpfte lange um eine Medaille mit, 250 m vor dem Ziel war Jonathan Klaritsch (Nautilus Klagenfurt) schon außer Reichweite und gewann das Rennen auch, Silber schien aber noch möglich. Schließlich konnten David Sklenar aus Olmütz (CZE) und Konrad Heinrich aus München noch etwas zulegen und sich Silber und Bronze sichern. Jerrik verpasste Bronze um nur gut 2 Sekunden, erreichte aber einen tollen und für das Selbstvertrauen wichtigen 4. Rang.

 

Juniorinnen B (Jahrgänge 2008/09, Wettkampfdistanz 1500m)

Da im Doppelvierer des Wiener Ruderclubs Donau eine Ruderin erkrankt war, sprang Anna-Sophia (Anni) Wall bei den Wienerinnen ein. Im ersten von 2 Vorläufen erreichte sie mit Ava Prainsack, Madeleine Riederer und Anastasia Österreicher den 2. Rang hinter Blesk Praha, was den Einzug ins sonntägige A-Finale bedeutete. Dort kostete ein „Krebs“ (ein Ruder blieb im Wasser bzw. an einer der Bojen hängen) wertvolle Sekunden und einen Platz, schlussendlich erreichte die Renngemeinschaft Donau Wien/Wiking Bregenz den 5. Rang von 9 Booten.

Im Einer bedeuteten 21 startende Boote für Anni den erwähnten unbeliebten Modus mit 6 Vorläufen. Im 1. Vorlauf ruderte sie lang um den Sieg mit, auf den letzten 500m konnte sich Karolina Hanzlova (Bohemians Prague) aber doch noch absetzen – der 2. Platz bedeutete für Anni das B-Finale am Sonntag. Dort war lediglich der Kampf um den 3. Rang relativ knapp, die restlichen Positionen waren klar verteilt – Anni erreichte den 5. Rang und somit einen guten 11. Gesamtrang.

 

Junioren B (Jahrgänge 2008/09, Wettkampfdistanz 1500m)

Philipp Baaken-Buchrieser startete zum ersten Mal in einem Einerrennen – 23 Boote bedeuteten wieder den Modus mit 6 Vorläufen. Der 6. Vorlauf mit Philipp war eine 2-Klassen-Gesellschaft. Die ersten beiden Boote konnten sich klar absetzen, Philipp kämpfte dagegen lange mit Alex Rust aus Würzburg um den 3. Platz und konnte diesen Kampf schließlich noch relativ klar um 5 Sekunden gewinnen. Am Sonntag startete Philipp somit im C-Finale, in dem er den 4. Rang und damit den 16. Gesamtrang erreichte.

 

Schüler (Jahrgang 2010 und jünger, Wettkampfdistanz 1000m):

Dem Rennen des Doppelvierers mit Luis Strele, Manuel Metzler, Moritz Röser und Fidelio Balcz blickte das Trainerteam mit nervöser Anspannung entgegen – die Mannschaft ist relativ neu zusammengestellt worden und hat erst wenige Trainingskilometer absolviert, außerdem war der Schüler-Doppelvierer in Ottensheim nicht wie sonst (v.a. auch bei der ÖM) als Doppelvierer mit Steuermann, sondern ungesteuert (wie in den höheren Altersklassen) ausgeschrieben, somit musste Schlagmann Luis Strele das Boot mit einem Fußsteuer auf Kurs halten, was er überraschend gut hinbekam. Der Bregenzer Vierer schlug sich wacker – im 1. von 2 Vorläufen erreichte er den 5. Platz und konnte dabei das Boot von Wiking Linz hinter sich lassen. Im B-Finale waren die Plätze 3-5 lange hart umkämpft, die jungen Bregenzer konnten sich schließlich gegen Wiking Linz und die 3. Crew aus Olmütz (CZE) durchsetzen – der 3. Rang bedeutete den 9. Gesamtrang unter 11 Booten.

 

Angesichts der guten Ergebnisse trat eine gut gelaunte Mannschaft die Heimfahrt ins Ländle an. Bereits am folgenden Wochenende ist ein Teil der Mannschaft bei der Coastal-Rowing-Regatta in Lignano (ITA) im Einsatz, für den Rest geht es am 15./16. Juni mit der Regatta am Greifensee in der Schweiz weiter.

 

Ergebnisse:

Samstag
Sonntag