Gold, Silber und zweimal Bronze bei den Österreichischen Meisterschaften 2024 in Villach
Die Anreise nach Villach erfolgte zum Teil bereits am Donnerstag, da 2 Time Trials mit Bregenzer Beteiligung bereits am Freitag angesetzt waren, der Rest der Mannschaft folgte am Freitag nach. Bei angenehmem Wetter zeigte auch der Ossiacher See seine gute Seite – die Rennen fanden bei durchwegs fairen, größtenteils guten Bedingungen statt, lediglich am Samstag-Nachmittag gab es leichten Wellengang.
Die Ergebnisse der heurigen Saison und die gezeigten Trainingsleistungen hatten die eine oder andere Medaille beim Saisonhöhepunkt in Villach erwarten lassen dürfen – und die Mannschaft lieferte. Die Freude und Erleichterung im Trainerteam um Head Coach Teresa Köppel war spürbar, sind dies doch die ersten vorzeigbaren Früchte und eine Bestätigung der Aufbauarbeit seit 2022, als man nach Corona mit einer komplett neuen Mannschaft wieder anfangen musste.
Beginnen wir mit dem Meistertitel, auf den das Team bis Sonntag warten musste:
Schülerinnen-Doppelzweier (Jahrgang 2010 und jünger, Wettkampfdistanz 1000 m):
Nach den Siegen von Lilli Sinz und Madeleine Stenzel bei der EUROW in Ottensheim und der Vienna International Regatta waren die beiden in der Favoritenrolle, auch wenn sich in dieser Altersklasse über den Sommer noch einiges tun kann. 10 startende Boote bedeuteten 2 Vorläufe - mit Rang 2 im 2. Vorlauf erfüllten die beiden den Auftrag sich bei einem sicheren A-Finalplatz nicht unnötig zu verausgaben souverän. Im A-Finale zeigte sich dann, dass auch die Zweitplatzierten aus dem 1. Vorlauf Kasprzyk/Bohrn (Donau Wien) ihre Karten dort noch nicht auf den Tisch gelegt hatten – nach 500 m kämpften sie mit Lilli/Madeleine um den 1. Platz, etwa 1 Länge dahinter lagen Lia Wien und Wels (das dann durch einen technischen Fehler zurückfiel), dann folgten die Villacher Lokalmatadorinnen und Pirat Wien. Im Kampf um Gold war zunächst noch ein Vorteil für Donau Wien zu erkennen, bevor Lilli und Madeleine ihren unwiderstehlichen Endspurt anzogen und das Rennen doch noch relativ klar um knapp 1 Bootslänge bzw. gut 2 Sekunden gewannen. Hinter Donau Wien holte sich Villach (Loidl/Gigacher) mit einem tollen Endspurt noch Bronze. Die Goldmedaille ging aber an die frisch gebackenen österreichischen Meisterinnen Lilli und Madeleine!
Zuvor hatte es am Samstag bereits 3 Medaillen gegeben:
Schülerinnen-Einer (Jahrgang 2010 und jünger, Wettkampfdistanz 1000 m):
Für Madeleine Stenzel begann die ÖM mit dem bereits für Freitag angesetzten Einzelzeitfahren (22 gemeldete, schließlich nur 17 startende Boote). Auch im Einer war ihre Saison gut verlaufen (2. in Ottensheim, 3. in Wien), sie konnte bisher nur von einer Österreicherin geschlagen werden: Mia Profoß (Pöchlarn). Ihr 2. Platz im Einzelzeitfahren entsprach daher den Erwartungen/Hoffnungen des Trainerteams. Im A-Finale am Samstag gelang Madeleine kein guter Start, während Mia Profoß gleich das Kommando im Rennen übernahm und dieses souverän gewann. Madeleine fand sich zunächst im engen Kampf um die Plätze 2-5 wieder, schob ihre Bugspitze dann aber Schlag um Schlag nach vorne und nahm immer deutlicher den 2. Platz ein. Dahinter blieb der Kampf um Platz 3 zwischen Natascha Holysz (Alemannia Korneuburg) und Caroline Winter (Wiener RC Pirat) bis zum Schluss eng. Am Ende konnte Madeleine knapp 6 Sekunden hinter Mia und rund 3,5 Sekunden vor Caroline die Silbermedaille gewinnen.
Junioren-A-Einer (Jahrgang 2006/07, Wettkampfdistanz 2000 m)
Nur 2 Rennen nach Madeleine nahm Jerrik Giselbrecht den Kampf um die Medaillen auf. In der bisherigen Saison hatte er sein beachtliches Potential noch nicht voll ausschöpfen können - er hat erst vor etwa 2 Jahren mit dem Rudern begonnen bzw. rudert erst seit dem Frühjahr Einer und kam mit schwierigen Wasserbedingungen (z.B. Wien) nicht gut zurecht… Am Morgen waren bei 7 gemeldeten, aber dann nur 6 startenden Booten die Vorläufe entfallen. Im mit ÖRV-Kader-Athleten gespickten Finale zeigte Jerrik seine Medaillenambitionen von Anfang an – hinter dem klaren Favoriten Paul Schinnerl (Wiking Linz) kämpfte er über den Großteil der Strecke mit Niklas Haiden (Donau Wien) um den 2. Platz. Diesen Kampf konnte Jerrik gewinnen, musste aber den einen sensationellen Endspurt tretenden Max Kofler (Lia Wien) noch knapp vorbeiziehen lassen; gleichzeitig liefen beide auf den führenden und (fast) zu früh Druck herausnehmenden Paul Schinnerl auf - am Ende gewann Jerrik 0,77 Sekunden hinter Max und 1,47 Sekunden hinter Paul die Bronzemedaille.
Juniorinnen-A-Doppelzweier (Jahrgang 2006/07, Wettkampfdistanz 2000 m)
Amelie Stenzel und Ina Vonach waren in der Saison 2024 noch von keinem österreichischen Boot geschlagen worden – die Frage war, wie viele ÖRV-Kader-Athletinnen für die ÖM in den Doppelzweier steigen würden. Am Mittwoch vor der ÖM kam leider die Hiobsbotschaft, dass Amelie krank im Bett liegt… Bei Besserungstendenz machte sie die Reise nach Villach mit und wollte das Doppelzweier-Rennen unbedingt rudern, obwohl sie noch nicht ganz fit war. Bei 6 Booten war kein Vorlauf nötig. Im Finale starteten Amelie/Ina gut und setzten sich an die 2. Stelle, nur die Topfavoriten von Wiking Linz mit den Junioren-WM-Starterinnen Hauser/Populorum ließen nie einen Zweifel daran aufkommen, wer sich den Titel holen würde. Kurz nach der 1500 m-Marke wurden Amelie/Ina noch von Lia Wien (Glantschnig und Junioren-EM-Starterin Bartl) überrudert, sicherten sich schließlich aber gut 9 Sekunden hinter Gold bzw. gut 3 Sekunden hinter Silber die Bronzemedaille. Ob sich mit einer topfitten Amelie Silber ausgegangen wäre, bleibt Spekulation...
Einen weiteren A-Finalplatz erreichte Ina Vonach am Sontag im Juniorinnen-A-Einer – nach einem 2. Vorlaufrang wurde sie gute 6. Ebenfalls in diesem Rennen am Start war Amelie Stenzel, die im Einer heuer bereits mehrere Rennen gerudert und eigentlich etwas stärker als Ina einzuschätzen war, allerdings machte sich nach dem Doppelzweier-Rennen doch ihr angeschlagener Gesundheitszustand bemerkbar - sie beendete den Vorlauf abgeschlagen an 5. Stelle und wurde vom Start im B-Finale zurückgezogen.
Komplettiert wurde das Bregenzer Ergebnis mit einem 3. Platz im C-Finale durch den Schüler-Doppelzweier Manuel Metzler/Fidelio Balcz und einem 4. Platz im C-Finale im Junioren-B-Einer (Jahrgang 2008/09, Wettkampfdistanz 1500 m) durch Philipp Baaken-Buchrieser.