, Thomas Böhler

Coupe de la Jeunesse Beach Sprint 2025 in Spanien

Amelie Stenzel erreichte beim Coupe de la Jeunesse Beach Sprint am 31. Oktober und 1. November im spanischen La Línea de la Concepción einen Top-16-Platz im Juniorinnen Einer.

Der Coupe de la Jeunesse ist nach Junioren-WM und -EM das wichtigste Großereignis im europäischen Juniorenbereich und erfreut sich immer größerer Beliebtheit - nahmen vor 10 Jahren noch 12 Nationen daran teil, so waren es in Spanien erstmals 17, wobei Deutschland debütierte. Nachdem Amelie Stenzel aufgrund ihrer guten Leistung bei der Österreichischen Coastal-Rowing-Meisterschaft Anfang September einen Platz in der Österreichischen Junioren-Nationalmannschaft für den Coupe ergattern konnte, ging es am 30. Oktober sehr früh am Morgen (Abflug um 6 Uhr in Memmingen!) nach Spanien. Begleitet wurde sie von Wiking-Coach Thomas Böhler, der das Team Austria unter der Leitung von Coastal-Rowing-Junioren-Nationaltrainer Wolfgang Sigl als Boat-Handler unterstützte. Am Flughafen Málaga musste die Bregenzer Abordnung noch einige Stunden auf den aus Wien kommenden größeren Teil der österreichischen Mannschaft warten, bevor es gemeinsam per gechartertem Bus weiter nach La Línea de la Concepción direkt neben Gibraltar ging. Bei im Vergleich zum spätherbstlichen Ländle noch angenehmen spätsommerlichen Temperaturen fand am Nachmittag noch eine letzte kurze Trainingssession statt, bei der Amelie v.a. noch das wettkampfmäßige Ein- und Aussteigen üben konnte, wozu in Bregenz leider nicht die Möglichkeit besteht.

 

1. Wettkamptag:

Am 31. Oktober standen für Amelie die Time Trials auf dem Programm. Im Juniorinnen-Einer waren 20 Teilnehmerinnen am Start, die in den Time Trials um die 16 Plätze im „Knock out“ (Achtelfinale) kämpften. Dabei gab es für die besten 8 aus dem 1. Time Trial die direkte Qualifikation, die restlichen Boote mussten in den 2. Time Trial, in dem es um die restlichen 8 Plätze im „Knock out“ ging. Amelie lief und ruderte am Vormittag einen guten 1. Time Trial, wobei auch Ein- und Ausstieg problemlos klappten – unter den 20 Teilnehmerinnen erreichte sie den guten 7. Rang und konnte sich damit direkt für das „Knock out“ qualifizieren. Die Zeitabstände waren dabei sehr knapp: Mit einer um 2 Sekunden schnelleren Zeit wäre Amelie am 3. Platz gelegen, andererseits hätte eine um 2 Sekunden langsamere Zeit den 10. Rang bedeutet, auf die schnellste Zeit hatte sie nur knapp 5 Sekunden Rückstand.

 

2. Wettkampftag:

Im „Knock out“ musste Amelie gegen Rozalia Figurska aus Polen antreten, die im 2. Time Trial den 2. und damit den Gesamt-10. Rang belegt hatte. Formal war Amelie somit die Favoritin, allerdings lagen die Zeiten in den Time Trials wie schon erwähnt sehr dicht beieinander, sodass jeder kleine Fehler entscheidend sein kann. Das Rennen verlief dann auch sehr knapp, beide Athletinnen ruderten bis zum Ausstieg ein Rennen ohne wesentlich Fehler und näherten sich ohne wirklich erkennbaren Unterschied dem Strand. Dann klappte bei Amelie leider der Ausstieg nicht optimal – auf der linken Bahn rudernd landete sie relativ weit rechts/innen, bei ihrem standardmäßigen Ausstieg auf die Backbordseite war ihr nun auf dem Weg zur Beach Flag, an der sie außen vorbeilaufen musste, das eigene Boot im Weg, das sie daher noch umlaufen musste. Am Ende kam die Polin 1,71 Sekunden vor Amelie ins Ziel und sicherte sich den Platz im Viertelfinale. Ein etwas unglückliches Aus, mit ihrer Leistung konnte Amelie aber zufrieden sein, war ihre Zeit im „Knock out“ doch wieder die siebtbeste aller 16 Boote. Der Sieg ging an Alejandra Garcia Dominguez (Spanien) vor Marie Zavadilova (Tschechien) und Rita Araújo (Portugal).

Auch die restlichen österreichischen Boote waren nicht unbedingt vom Glück verfolgt. Nachdem Team Austria in den Time Trials nur ein Boot durch eine Disqualifikation (wegen einer inkorrekt passierten Boje) verloren hatte, kamen die meisten Boote zwar ins Viertelfinale, dort war aber für alle Endstation, teilweise wirklich nur um Haaresbreite (bei Carolin Krause, der 2. österreichischen Starterin im Juniorinnen-Einer, gar nur um 0,19 Sekunden). Dennoch war dieser Wettkampf für alle ein schönes Erlebnis, einerseits angesichts einer Mannschaftsleistung, die sich durchaus sehen lassen kann, auch wenn ein absoluter Spitzenplatz bzw. eine Medaille fehlte, andererseits aber auch aufgrund des tollen Mannschaftsklimas, wodurch auch der Spaß nicht zu kurz kam.

Da die Rennen planmäßig über die Bühne gegangen waren und somit am 2. November, der als Spare Day eingeplant war, keine Wettkämpfe mehr stattfanden, nutzte das Team Austria diesen Tag für einen gemeinsamen Ausflug nach Gibraltar, bevor am 3. November in den sehr frühen Morgenstunden die Heimreise angetreten wurde.

 

Ergebnisse:
Time Trial 1
Time Trail 2 Knock Out CJM2x und CJW2
Knock-Out CJM1x CJW1x CJMix2x
Last 8